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»Mythos Wolfskind«: Terra X-Doku in 4K
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Regisseur und ZDF-Redakteur Jens Monath über die Herausforderungen einer 4K-Produktion:

»Why now?« Das ist die Standardfrage auf internationalen Messen, wenn es um Koproduktionen, Presales oder eine andere Art der Lizenzierung von Filmen geht. Dabei bezieht sich diese Frage meist auf den Inhalt – aber manchmal eben auch auf Format und technische Umsetzung. »Why now?« lässt sich im Fall von 4K gut begründen. Und für »Terra X« sowieso.

Heute gibt es kaum noch eine internationale »Blue-Chip-« oder »High-End-Produktion«, die von den großen Anbietern nur in HD angeboten wird. Gerade bei Naturfilmen ist 4K mittlerweile Standard, selbst wenn es nur wenige Sender schon distribuieren können. Aber es geht eben nicht nur um den unmittelbaren Nutzen: 4K, da sind sich alle einig, wird in einigen Jahren der technische Standard der meisten Fernsehanstalten sein (der japanische Sender NHK will ab 2020 sogar in 8K senden). Deshalb produziert man schon heute in 4K, um gewissermaßen für die Zukunft gewappnet zu sein. Denn wenn man schon in Länder fährt, die »ein wenig ab vom Schuss« liegen, Wochen damit verbringt, Tiere zu drehen oder Expeditionen in schwer zugängliche Regionen zu unternehmen, warum sollte man sie denn nicht in einem technischen Standard filmen, der eine Mindesthaltbarkeitsdauer von 10-20 Jahren hat – aus heutiger Sicht gesehen?

Das reine Kameraequipment in 4K kostet – wenn überhaupt – nur wenig mehr als ein HD-Equipment. Mehrkosten gibt es am Set, weil man sehr gute Focus Puller braucht, denn 4K verzeiht – anders als HD – keine kleinen Unschärfen. Durch die hohe Pixelzahl macht die kleinste Unschärfe das Bild sehr weich, was bei sonst gestochen scharfen Bildern sofort ins Auge fällt. Vor allem auch, weil 4K-Fernseher gerne mit einem großen Bildschirm gekauft werden, sodass sich diese Unschärfe im Bild optisch vervielfacht. Ein weiterer Kostenpunkt ist zurzeit noch, dass am Set ein zusätzlicher Assistent beschäftigt werden muss, der nur Daten sichert. Denn beim Dreh fallen enorme Datenmengen an, die im Fall von szenischen Bildern oft dreimal auf verschiedenen Festplatten gesichert werden müssen.

Doch lohnt sich dieser Mehraufwand: Landschaften in stimmungsvollem Morgen- oder Abendlicht und Tiere in Nahaufnahmen in 4K sind eine Augenweide. Nuancen werden erkennbar, weil der Farbumfang und vor allem der Kontrastumfang sehr viel größer ist als bei bisherigen Standards. Nimmt man dann noch eine sogenannte HDR-Farbkorrektur des fertigen Films vor, erhält man ein Bild, das das Fernsehen (fast) neu erfindet. Sieht man auf einem HD-Fernseher um die vier bis fünf Blenden, zeigen gute 4K-Monitore einen Umfang von bis zu 14 Blenden. Da das menschliche Auge ungefähr 24 Blenden bei 4,3 K sieht, kommt der neue Standard unserem natürlichen Sehen sehr nahe.

Mit der Umsetzung neuer Technik hat die »Terra X«-Redaktion schon Erfahrung: Bereits 2006 führte »Terra X« als erste ZDF-Redaktion HD als Standardformat ein, genauso wie zuvor schon den Bildausschnitt 16:9, und vor fünf Jahren setzten wir mit den »Huberbuam« die erste 3D-Eigenproduktion des ZDF um. Das Mittel der Eigenproduktion ist bewusst gewählt: So lassen sich für alle Gewerke des Hauses Erkenntnisse gewinnen, die dann später, wenn 4K einmal Regel-Sendeformat sein sollte, zum Einsatz kommen könnten. Zu diesem Zweck wurde im Haus ein Schneideraum 4K-tauglich umgerüstet, die Farbkorrektur aufgerüstet und das Kamerateam ausgerüstet mit 4K-Equipment. Alle Beteiligten waren ZDF-Mitarbeiter, die mit großer Motivation und Leidenschaft dabei waren. Unterstützung holten wir uns von Berti Kropac von Kropac-Media und Datenmanager Mickey Bühler, zwei erfahrene Kollegen vom freien Markt.

Herausgekommen ist, wie wir hoffen und glauben, ein Produkt, das allerhöchsten technischen Standards entspricht, das »state-of-the-art« ist. So wie bereits HD für den Zuschauer eine Steigerung des Sehvergnügens bedeutete, ist mit 4K jetzt die nächste Stufe zu erklimmen: Noch größere Tiefenschärfe, sehr viel mehr Kontrast, »buntere« Farben – insgesamt ein schöneres Bild, das wir dem Zuschauer zu geben hoffen. Und selbst wenn er den Film nur über das übliche HD-Signal am Sonntagabend zu sehen bekommt, wird er die Qualität und Tiefe der Bilder zu schätzen wissen: Das bessere technische Bild beweist sich auch, wenn es auf ein niedrigeres Format komprimiert wurde. Für 4K-ausgerüstete Zuschauer bieten wir den 4K-Film als Download an, so kann er in allerbester Qualität am heimischen 4K-Bildschirm konsumiert werden.

4K – das bedeutet vier Mal mehr Bildpunkte als HD, also ein viel »schärferes« Bild auf einem größeren Display. Das bedeutete für uns aber auch, dass wir den erweiterten Farbraum BT.2020 nutzen wollten und auch den neuen Helligkeitsumfang HDR (High Dynamic Range), der es mit 14 Blenden erlaubt, die hochaufgelösten Bilder mit einem doppelt so großen Kontrastumfang darzustellen, wie es im jetzigen Fernsehbild möglich ist. Am Ende der Produktionskette konnte in der Farbkorrektur die gesamte Bandbreite des erweiterten Farbraums und des höheren Dynamikumfangs voll ausgeschöpft werden, da der größte Teil der Aufnahmen im Raw-Format gedreht wurde, was durch seine logarithmische Aufzeichnungsmethode deutlich mehr Informationen zur Verfügung stellt, als das bei üblichen Aufzeichnungen der Fall ist.

Zusammen mit einer aufwändigen 5.1-Tonmischung entstand so ein Film, an dem wir alle nicht nur viel gelernt haben, sondern der unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern an vielen Stellen sogar noch übertroffen hat. Damit auch der Zuschauer zu Hause die hochauflösende Version der TerraX-Dokumentation »Mythos Wolfskind« sehen kann, wird das ZDF die Folge sowohl zum Download als auch über das HbbTV-Portal auf Smart-TV-Geräte bereit stellen. Über die sogenannte Red-Button-Funktion eines 4K-fähigen Fernsehgeräts kann die Dokumentation über die ZDFmediathek in voller Auflösung angeschaut werden und übertrifft damit sogar die Auflösung des klassischen TV-Signals über Kabel und Satellit.

Die Version zum Download wird auf der Terra-X-Webseite zur Verfügung gestellt und bringt neben der höheren Auflösung zusätzlich auch einen erweiterten Dynamikbereich, sogenanntes HDR mit. HDR steht für High-Dynamic-Range und sorgt dafür, dass das Bild einen größeren Kontrast- und Farbumfang mitbringt, wodurch die Aufnahmen noch brillanter wirken und der Zuschauer mehr Details in hellen und dunklen Bereichen des Bildes erkennen kann.

http://www.zdf.de/terra-x/online-specials-21496168.html

Quelle:
https://www.film-tv-video.de/productions/2016/09/02/mythos-wolfskind-terra-x-doku-in-4k-und-mit-360-angebot/

Wer direkt zum Download gehen will, wählt den Link
http://www.zdf.de/terra-x/mythos-wolfskind-mogli-und-die-wilden-kinder-44507966.html

klickt dort links "Download des Films in 4K" mit der rechten Maustaste an und wählt im Kontextmenue "Ziel speichern unter..." (Datenrate bei mir 50 Mbit/s, 4 GB in H.265 kodiert)

Direktlink: http://pd-media.zdf.de/wk_h265_HDR-12M.mp4

Beim einfachen Anklicken des Links kam bei mir die ZDF-Fehlermeldung "Download nicht möglich, weil die Datei beschädigt ist"...

Erste Beurteilung: beim Abspielen der angeblichen "HDR"-Datei vom USB3-Stick am LG-UHD-OLED-TV wird kein HDR erkannt (bei anderen HDR-Videos schon), die 4K-Qualität ist gut (12 Mbit/s Datenrate) und der Ton kommt in DD5.0 (im Gegensatz zur Mediathek).

"Für 4K über HbbTV braucht das Abspielgerät die HbbTV-Version 2.0..."

Veränderte Download-Datei Ende Oktober:
Das neue File ist 33 Sekunden länger. Es hat am Anfang einen zusätzl. Vorspann, der genau diese 33 Sekunden lang ist. Die Bitrate liegt hier jetzt bei 20 Mbit/s, obwohl der Dateiname identisch ist (also weiterhin "12M" beinhaltet). Auch das neue File ist nicht korrekt HDR-kodiert...