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Früher haben wir das immer so gemacht: Wenn ich eine Auto- oder ähnliche Bleisäurebatterie für den Betrieb meiner Amateurfunkgeräte nutzen wollte, wurden standard-mäßig erst einmal 4mm-Löcher in die Batteriepole gebohrt, um dort die sogenannten "Bananen-"stecker einführen zu können. Das war billig (als Schüler waren 10,-DM für Batterieklemmen viel Geld) und funktionierte hervorragend. Meist wurde gleichzeitig Vatter's Ladegerät mit angeklemmt und man hatte eine prima Hochstrom-Niederspannungsversorgung für sein Shack. Früher hatten wir allerdings auch einen Kaiser...

Als ich mich anläßlich des Geschenks einer fast neuen Autobatterie an diesen Kniff erinnerte, griff ich also gleich zur Bohrmaschine und führte diese Operation durch. Büschel-(Bananen-)stecker eingesteckt, Funkgerät angeschaltet, funktioniert, prima!

Wochen später, nach einer Dienstreise versuche ich mein Funkgerät einzuschalten - nichts! Voller Panik die Anschlüsse untersucht und bei der Batterie auch fündig geworden. Wer als Kind schon einmal Kristalle gezüchtet hat, der hätte an dem Anblick meiner Bananenstecker-Batteriepol-Ladegerät-Verschaltung verzückt aufgestöhnt, ich dagegen stöhnte aus Verzweiflung: Die Bananenstecker hatten sich quasi aufgelöst; das ganze Gebilde war von einer dicken Kristallschicht überzogen, ein Stromfluss offensichtlich nicht mehr gegeben.

Was war also passiert: Einfach! Batteriehersteller sparen offensichtlich an den Batteriepolen. Diese sind heutzutage hohl. Wenn man sie also anbohrt und die Batterie ständig lädt, weichen die entstehenden Säuredämpfe über diesen Weg ins Freie und finden dazu noch einen Mix aus verschiedenen Materialien vor, der sich prima zersetzen läßt. Steckverbinder und Batterieklemmen waren so hin.

Wie das ganze Debakel in Ordnung bringen:

Nun, zunächst habe ich die Batterie und alles was irgendwie angegriffen war, in die Badewanne gestellt und ordentlich abgeduscht, um alle ätzenden Bestandteile abzuwaschen. Die Bananenstecker sind danach in die Wertstofftonne gewandert, so auch die Batterieklemmen. Als alles schön trocken war, wurden die Pole erst einmal entfettet und dann mit einer Heißklebepistole die Löcher versiegelt. Man muss so lange drücken, bis der Kleber haufenweise aus dem anderen Loch hervorquillt. Dann das Ganze abkühlen lassen, etwas mit einem scharfen Messer trimmen und vernünftige Batterieklemmen aus dem Autozubehörhandel (oder von Ebay) aufsetzen und gut festziehen.

Jetzt funktioniert die Anlage prima und ohne Kristallwachstum. Die Batterie wird mit einem empfehlenswerten Automatic-Ladegerät aus dem Lidl-Shop gepuffert und stellt im gesamten Shack über meine eigenes 12V-Stecksystem eine belastbare Stromquelle zur Verfügung. Die Steckverbinder sind übrigens verpolungssicher, einzeln im Stecker abgesichert und hochstromfest. Einen fetten Erdungspin haben sie dazu.

 G   

Geben tut es sie in jedem britischen Baumarkt für wenig Geld als 240V Haushaltssteckdosen und -stecker. Spezifiziert und abgesichert sind sie für 13 A bei 240 Volt, bei Niederspannung können die auch 20 A oder mehr (ohne Gewähr). Dann muss man allerdings die Sicherung auswechseln (die ist etwas größer als unsere 20mm Feinsicherungen). Ich habe mir übrigens ein paar Adapter gebaut: 2 Löcher in einen Stecker gebohrt und zwei Polklemmen eingebaut. So kann man also seine Bananen- bzw. 4mm-Büschelstecker (so sie sich nicht aufgelöst haben) weiter verwenden.

Beim nächsten Urlaub auf der Insel also ab in den Baumarkt...