SSTV / FAX - NEWS 05-97
          zusammengestellt von Klaus Kramer, DL4KCK  


Stoffsammlung fuer das CQDL

Rubrik: MONITOR

 
Picture-DX-Bulletin 10 (Maerz 97)
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Dank an ON4PL, ON6JG, F6AIU, JA2BWH und alle, die das 
Bulletin verbreiten!
Obwohl die HF-Bedingungen noch nicht gut sind, gab es 
einige schoene Oeffnungen auf 20 m. Hier eine Auswahl der
zuletzt gearbeiteten SSTV-Stationen:
YO7CJF war die erste Farb-SSTV-Station aus Rumaenien.
Inzwischen folgten noch YO7CGS und YO8RBU.
Verbindungen ueber den langen Weg ergaben nette Bilder von
JA2BWH und JA4HM. Ab April 97 (kein Scherz!) duerfen 
japanische Stationen auf allen Phoniefrequenzen in SSTV
arbeiten.
D68ZJ, Jean Pierre, von den Komoren war auf 20 m in SSTV
aktiv, QSL via CBA; eine Seltenheit in SSTV!
Weiterhin kommen gute Signale von Reunion: FR5SD und FR5AB
machen viel SSTV.
Das Gebiet am Indischen Ozean entdeckt gerade SSTV, in zwei
Tagen arbeitete ich 5R8DG, 5R8EW und 5R8KH. Der SSTV-Virus
breitet sich schnell aus, aber zum Glueck ist er gutartig
und freundlich, hi.
Nach CN8LI sendet jetzt auch CN8NK SSTV-Bilder aus Marokko!
Bei einer Oeffnung Richtung Australien wurden in Europa 
folgende Stationen gut empfangen: VK4ZG, VK4ARA, VK6SW,
VK6HT, VK6NB und VK6BZA. Wo waren die ZL-Stationen?
In Japan wurden exotische SSTV-DX-Stationen gearbeitet:
XX9KC, KC6VW, BY4BZB, BY7WGI etc. (zum Verruecktwerden, hi).
Es gibt schon mehrere Stationen, die mit dem neuen HQ2-Modus
(von Martin Emmerson) experimentieren. Das scheint weniger
QRM-Empfindlichkeit und kontrastvollere Bilder zu ergeben.
Achtet auf SM5EEP, WB9VCL und W8FBI, mehr dazu spaeter!
Ich selbst habe gute Erfahrungen mit dem Multiscan-Modem
und der MSCAN-Version 2.11 gemacht, toll, Mike (PA3GPY)!
Die Web-Seite des Monats ist diesmal die der JASTA (Japan),
schaut Euch "http://www.ask.or.jp/~jasta/english" an. Dort
gibt es einen "SSTVer Web Callsign Server", der auf Eure
Registrierung wartet. Ende Mai wird aus diesen Daten das
"JASTA 97er International SSTVer Callbook" erstellt,
kostenlos fuer alle Eingetragenen.
Ich bekomme viel Lob fuer dieses Bulletin, aber dummerweise
bekomme ich sehr wenig nuetzliche DX-Infos dafuer. Bitte
schickt mir ein paar Zeilen, wenn Ihr eine besondere SSTV-
Station seht oder arbeitet!
Auf diesen Wegen erreicht Ihr mich:
E-Mail: ON4VT@ping.be, Packet Radio: ON4VT@ON7RC, Fax: 
32 15 222250. Briefadresse: Danny van Tricht, Hulshoutveld 2,
B 2235 Hulshout, Belgien.
Im Internet findet Ihr meine SSTV-Webseite: 
"http://www.ping.be/~pin06783" mit Links zu allen wichtigen
SSTV-Seiten und Software-Quellen!
73 und viel SSTV-DX
Danny, ON4VT
 
Uebersetzung: Klaus, DL4KCK
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Facsimile - FAX
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Rueckblick
Die Facsimile-Telegrafie zaehlt zu den aeltesten Telegrafie-
techniken. Bereits vor der ersten Nutzung der Morsetelegrafie
in Europa (1848) wurde von Alexander Bain ein Vorschlag fuer
einen Kopiertelegrafen gemacht. Eine praktische Nutzanwendung
erfolgte erst viele Jahre spaeter. In den 20er Jahren unseres
Jahrhunderts wurde die Bildtelegrafie in den USA und in Europa
durch so namhafte Firmen wie RCA, Bell, Muirhead, Siemens und
Dr.-Ing. Hell weiterentwickelt zum Bildfunk in schwarz-weiss 
oder sogar mit drei nacheinander uebertragenen Farbauszuegen.

Funktionsweise
Bei der klassischen Methode, Faksimiles zu uebertragen, wird 
eine Vorlage durch einen Lichtstrahl abgetastet und daraus 
elektrische Signale in Form von Amplitudenschwankungen erzeugt.
Die zu uebertragende Vorlage wird dabei in einzelne Zeilen 
zerlegt und Zeile fuer Zeile abgetastet, aehnlich wie bei der
Uebertragung eines Fernsehbildes. Die so gewonnenen Bildsignale
werden einem Modulator zugefuehrt und mit Hilfe eines Ton-
Hilfstraegers uebertragen. Auf der Empfangsseite werden diese 
in einem Demodulator ausgewertet und steuern die Schreib-
einrichtung des FAX-Geraetes auf der Empfangsseite.
FAX-Geraete werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. 
Die analog arbeitenden Geraete der CCITT-Gruppen 1 und 2 sind 
nach kleinen Modifikationen auch fuer den Funkfax-Betrieb im 
Amateurfunk verwendbar, die digitalen der Gruppen 3 und 4 nicht!
Die Qualitaet der Uebertragung wird im wesentlichen von der 
Anzahl der Bildpunkte je Zeile, der Anzahl der Zeilen/mm und 
der Anzahl der Zeilen/Min. bestimmt. International ueblich 
sind 60, 90, 120 und 240 Zeilen/Min. (lpm) und Frequenzmodulation
auf einem 1900 Hz-Untertraeger mit plus/minus 400 Hz Hub.
Wettersatelliten im VHF/SHF-Bereich senden einen amplituden-
modulierten 2400 Hz-Untertraeger auf einem FM-Traeger mit max. 
plus/minus 20 KHz Hub. Die Synchronisation von FAX-Sender und 
-Empfaenger geschieht am Beginn der Abtastung, danach laufen 
sie frei bzw. quarzsynchron. 
Durch moderne computergeestuetzte FAX-Uebertragungsverfahren 
sind weitere Vereinbarungen hinzugekommen. Ein von Eberhard, 
DK8JV, entwickeltes Farbfax-System namens "JV-color" mit 360 
Zeilen/Min. aehnelt dem zeilensequentiellen Farb-SSTV-Verfahren,
ergibt aber eine hoehere Aufloesung. Als Buendel mit SSTV- und 
Wettersatelliten-Empfangs-Programmen foerderte sein "JVFax"-
Programm fuer PC die internationale Verbreitung der 
Bilduebertragung im Amateurfunk.

Wie wird man QRV?
Um in Rahmen des Amateurfunks FAX uebertragen zu koennen, 
brauchen die heute ueblichen Funkgeraete nicht umgebaut zu 
werden. Auf den KW-Baendern wird die Sendeart J3C (SSB) 
verwendet (Faksimile-Bildfunk). Durch die Wahl des Seitenbandes
wird die Polaritaet des Bildes bestimmt.
Nach CCITT-Empfehlungen muss Weiss immer die oberhalb der 
Frequenz des Hilfstraegers liegende Eckfrequenz sein. Bei den 
Sendern und Empfaengern bzw. Transceivern koennen die normalen 
niederfrequenten Ein- und Ausgaenge (Mikrofon und Lautsprecher/
Kopfhoerer) mit entsprechender Pegelanpassung benutzt werden. 
Bei der Verwendung von Computern und der reichlich vorhandenen 
Software mit den angebotenen bzw. beschriebenen Konvertern ist 
der zusaetzliche technische und finanzielle Aufwand relativ 
gering.

Auf welchen Frequenzen findet FAX-Betrieb statt?
Die Anruffrequenzen fuer FAX-Betrieb auf der Kurzwelle sind
3730, 7040, 14230, 18110, 21340, 24930 und 28680 KHz. Auf dem 
160m- und 30m-Band ist FAX-Betrieb nicht zulaessig. Aktivitaeten
sind taeglich zu beobachten. Allerdings wird das Bild-
uebertragungsgeschehen auf den Amateurfunk-Kurzwellenbaendern 
zur Zeit durch SSTV-Sendungen auf den und um die selben 
Anruffrequenzen bestimmt.

Weitere Informationen
Wer in die reizvolle Betriebsart FAX einsteigen moechte, kann 
sich mit Hilfe der Publikation "Das FAX/SSTV-Praxisbuch fuer 
Funkamateure", erschienen im DARC-Verlag, umfassend informieren.

Ihr Ansprechpartner im HF-Referat des DARC e.V. ist
Klaus-Dieter Koch, DF6DR, Koenigsbronner Str. 25 H, 59427 Unna

Aktualisierte Fassung von Klaus Kramer (DL4KCK @ t-online.de),
AGAF #1712
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SLOW SCAN TELEVISION - SSTV
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Entstehung
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SSTV ist eine Entwicklung von Funkamateuren, um wie bei FAX 
unbewegte Bilder in einem Telefoniekanal zu uebertragen.
Dabei stuetzt sich SSTV auf Bild- und Zeilensynchronimpulse,
so dass von einem Fernsehverfahren gesprochen werden kann.
Durch die geringe Uebertragungsbandbreite (max. 3 KHz) ist
nur eine sehr langsame Abtastung moeglich, so dass lediglich
Standbilder ohne weitere Begleitinformationen (z.B. Ton)
uebertragen werden koennen. In der Anfangszeit von SSTV
wurden nur schwarz-weisse Bilder mit einer Aufloesung von
120 Zeilen zu je 120 Pixeln uebertragen. Dafuer wurden
sieben bis acht Sekunden benoetigt. Durch Verdoppeln der
Zeilenzahl, Verdoppeln der Bildpunkte pro Zeile bzw. durch
beide Massnahmen gleichzeitig kamen spaeter Uebertragungs-
zeiten von 16 und 32 Sekunden fuer ein Bild zustande.

Farbe ins Bild
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Zur Uebertragung farbiger SSTV-Bilder wurde zunaechst mit
einem bildsequentiellen Verfahren experimentiert, bei dem
das Farbbild in einen Rot-, Gruen- und Blau-Auszug zerlegt
wurde. Diese drei Auszuege wurden anschliessend als drei
Schwarzweiss-Bilder nacheinander gesendet und auf der
Empfangsseite wieder zu einem Farbbild zusammengesetzt.
Dabei wird das empfangene Farbbild erst nach der Uebertragung
des dritten Farbauszugs erkennbar.
Der deutsche SSTV-Pionier Volker Wraase, DL2RZ, entwickelte
in der Folgezeit ein zeilensequentielles Verfahren, das in
abgewandelter Form den heute allgemein ueblichen Uebertragungs-
Standard repraesentiert. Auch hier wird das Bild in drei
Farbauszuege zerlegt, die zeilenweise in der Folge Rot, Gruen,
Blau gesendet werden. Die eindeutige Zuordnung der drei 
Auszuege zum entsprechenden Bildspeicher auf der Empfangsseite
wird mit einem modifizierten Synchronisationsimpuls vor der
Rotzeile realisiert.
Wesentliche Weiterentwicklungen kamen von den britischen
Funkamateuren Eddie ("Scottie") Murphy, GM3SBC, und Martin
Emmerson, G3OQD, die mit neuen Verfahren die Uebertragung der
SSTV-Bilder stoerunanfaelliger machen wollten. Die Anzahl der
zu sendenden und auszuwertenden Synchronisationssignale wurde
minimiert. Auf diese Weise koennen SSTV-Bilder annaehernd
freilaufend uebertragen werden. Diese neuen Verfahren hielten
als sogenannte "New Modes" bzw. "Free-Run-Modes" relativ
schnell Einzug in die SSTV-Praxis der Funkamateure.
Der heute massgebliche Uebertragungsstandard stuetzt sich auf
die Entwicklung von Martin Emmerson, G3OQD. Von seinen vier
Modi wurde der Modus "Martin 1" in aller Welt bevorzugt 
verwendet. Die Farbfolge bei den Martin-Modi ist Gruen-Blau-Rot
(GBR) im Gegensatz zur sonst ueblichen Farbfolge Rot-Gruen-Blau
(RGB). Die Uebertragung eines "Martin-1-Bildes" dauert 114 
Sekunden und stellt einen guten Kompromiss zwischen Ueber-
tragungszeit und Aufloesung dar.

Wie wird man QRV?
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Fuer die Realisierung des SSTV-Betriebs koennen spezielle
SSTV-Geraete mit allen Funktionen und Schnittstellen fuer
Bildaufnahme- und wiedergabe oder Heimcomputer verwendet werden.
Bei der Verwendung von Computern und der reichlich vorhanden
Software mit den angebotenen bzw. beschriebenen Konvertern ist
der zusaetzliche technische und finanzielle Aufwand relativ
gering.

Auf welchen Frequenzen findet SSTV-Betrieb statt?
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Die Anruffrequenzen fuer SSTV-Betrieb auf der Kurzwelle sind
3730, 7040, 14230, 21340 und 28680 KHz. Aktivitaeten sind
taeglich zu beobachten. Allerdings treffen sich auf denselben
Anruffrequenzen auch FAX-Freunde. Kollisionen und 
Missverstaendnisse werden vermieden, wenn Sendeart und 
Uebertragungsnorm vor der Aussendung eines Bildes angesagt 
werden.

Weitere Informationen
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Wer in die reizvolle Betriebsart SSTV einsteigen moechte, kann
sich mit Hilfe der Publikation "Das FAX/SSTV-Praxisbuch fuer
Funkamateure", erschienen im DARC-Verlag, umfassend informieren.

Ihr Ansprechpartner im HF-Referat des DARC e.V. ist:
Klaus-Dieter Koch, DF6DR, Koenigsbronner Str. 25H, 59427 Unna.

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PS: Auf den VHF/UHF-Baendern gibt es ebenfalls Anruffrequenzen
fuer SSTV, und zwar 144,500 MHz und 432,500 MHz; der jaehrliche
DARC-SSTV-Kontest findet auch auf diesen Frequenzen statt 
(1997 am 15.-16. Maerz von 12 bis 12 Uhr UTC).

Klaus Kramer (DL4KCK @ t-online.de)
AGAF #1712


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