Stoffsammlung für CQDL 06/99 MONITOR von Manfred, DJ1KF


Druckfehlerberichtigung
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Im CQDL 5/1999 Seite 399, Necomer/Plattform - wer steckt dahinter,
ist bei der Vorstellung der „AGAF“ die Homepage-Adresse verstuemmelt.
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ATV

Vernetzung von ATV-Relais in DL

Da immer wieder Anträge eingehen, in denen Empfangsfrequenzen beantragt
werden, die von benachbarten Relais als Sendefrequenzen koordiniert und
zugelassen sind, war die Klärung der Vernetzung einer der Aspekte, die
in Gladbeck beim Treffen des VHF/UHF/SHF-Referates auf den Tisch kamen.
Dabei wurde als erster Punkt die eindeutige Trennung zwischen dem reinen
Empfangsbetrieb (Monitoring) und dem Empfangs- und Sendebetrieb und
zusätzlichen Linkverbindungen angesprochen.

Da der Empfang eines benachbarten ATV-Relais am Standort nicht nur zu
Zeiten von Rundsprüchen o.ä. eine nützliche Verbesserung der
Attraktivität eines ATV-Relais ist, wird bei einigen Relais schon dieses
Monitoring eingesetzt. Selbstverständlich können diese RX-Frequenzen
nicht in den jeweiligen Zulassungen der Relais aufgeführt und somit
„geschützt“ werden. Das verbieten allein schon die knappen Frequenzen
für diese Betriebsart.

Ein anderer Aspekt  ist die Vernetzung von ATV-Relais, für die seit
Herbst 1997 separate Frequenzen im 6cm- und 3cm-Band zugewiesen werden
können, wenn diese Link - Option beantragt wird.
Ein wichtiger Punkt ist aber, daß in jedem Fall der Betrieb als reine
Relaisfunkstelle durch entsprechende technische Maßnahmen bevorrechtigt
werden muß.
Eine Vernetzung über die Ein- und Ausgaben von ATV-Relais wird auch
weiterhin nicht befürwortet, da dieses nicht koordinierbar wäre.

Auf Grund eines Antrages wurde auch über die Nutzung von Tonunterträgern
für andere Betriebsarten diskutiert. Die einhellige Meinung war, daß
unter Einhaltung der in den Zulassungen angegeben Bandbreite durchaus
andere Betriebsarten des Amateurfunks auf dem Tonunterträger
eingerichtet werden können. Die Verwendung mehrerer Tonunterträger mit
der Belegung anderer Betriebsarten wird sich aber auf die Bänder ab dem
6cm-Band beschränken, da erst ab dort die entsprechende Bandbreite dafür
zur Verfügung steht. Trotzdem noch einmal ein Appell an die potentiellen
Betreiber auch hier die benötigte Bandbreite zu der Vermeidung von
Beeinfußungen anderer Nutzer, auf das absolut nötige Minimum zu
begrenzen.

Das 70cm-Band steht für ATV-Relais weiterhin nur für DATV und ähnliche
digitale Bildübertragungs-verfahren  in Neuanträgen als TX-Band zur
Verfügung.
Über Erfahrungsberichte mit Monitoring, Verlinkung und auch dem Betrieb
anderer Betriebsarten auf ATV-Tonunterträgern an das VHF/UHF/SHF-Referat
Koordinierung  ATV, Bildübertragung wird gebeten.

(Quelle: Björn-Iwo Schulz DG0CBP, Koordinator ATV  - DARC VUS REFERAT)



 

DB 0 MTV, das ATV-Relais Dormagen -wie alles begann

...oder von jemanden der auszog um ATV zu machen...

Im Winter 1991/92 kam ich zu der Betriebart ATV, angefangen mit dem
Kauf eines DB 0 KO - Konverters und einer 23cm Antenne von einem OV -
Kollegen, ohne allerdings zu ahnen, was in den naechsten Jahren so alles
noch passieren wuerde.

Nachdem ich im Regen und bei winterlichen Temperaturen die ersten
Empfangsversuche von DB 0 KO auf dem Balkon machte, reifte auch schnell
der Wunsch heran, sendemässig QRV zu werden.
Schnell wurde einiges an Equipment angeschafft und immer wieder stand
das Basteln und Umbauen kommerzieller Komponenten auf der Tagesordnung,
genau deshalb hatte ich ja auch 1985 meine Lizenz gemacht.

Nachdem nun 23cm quasi erobert war, wurde der Markt mit ausrangierten
Satellitenkomponenten überschüttet, es waren LNBs zuhauf da, die nach
altem Standard nur knapp oberhalb unseres 3cm Bandes arbeiteten.

Durch das Glück, im G-Distrikt zu wohnen, der schon immer als ATV-Hoch-
burg bekannt war und sehr viele Amateure in meiner unmittelbaren
Nachbarschaft wohnten, die auch ATV interessiert waren, hat man einfach
unterschiedliche Ideen und Vorstellungen zusammengetragen und wenn
der ein oder andere was "NEUES" wusste, bedarf es nur weniger Stunden
bevor es sich rumgesprochen hatte.

Schnell hatte man die LNBs zerlegt und sich der Technik von "Pillen-
schleifen" <QRG-Änderung> und "Gasfet rumdrehen" <Vorverstärker zu End-
stufen zu machen> bemächtigt, was uns auf 3cm sowohl Empfänger und
Sender bescherte.

Die Sender wurden mit Signalen von modifizierten Basisbandaufbereitungen,
wie sie von 23cm bekannt waren, moduliert und schon hatte ich die
ersten Versuche auf 3cm mit IKEA-Lampe und TX vor mir.

Also schnell Fotostativ ( als "Lampenhalter" ), Akku, Sender und Kamera
ins Auto gebracht, schnell den verwundertem Nachbarn erklärt, was man
den für merkwürdige Sachen rumschleppe und ab gings auf den nächsten
Hügel.

Und es ging mit ca. 20mW einwandfrei über 30km nach Solingen zum
Günther, DC 0 DO, mit Bild und Ton...na das war doch was !

Aber wie immer im Leben tauchten die Probleme auf, hatte man mal ein
LNB empfangsmässig umgebaut und wollte es mal im "Freiraum" testen,
war keiner QRV, der hätte mal ein Sendesignal in die "Luft" setzen
können...

Warum nicht mal eine ATV-Bake an einem exponiertem Standort aufbauen ?

Gesagt....getan....

Wir hatten ja unser OV-Heim in Dormagen, lag zwar nur 40m über NN aber
Antennenmöglichkeit ohne Ende und Strom war sowieso da.
Also ein LNB umgebaut, Antenne gefräst, Fernabschaltung gebaut, Mast
aufgebaut, Distriktsvorsitzenden informiert und bemannt eingeschaltet.

Na prima, ging !
Nun hatten wir bereits Mitte 93; schön wäre ja nun auch eine Eingabe
gewesen, um mal einen Sender zu testen ?!
So sollte es nun geschehen, Rücksprache mit DV und BUS-Referat und
dann habe ich den ersten Antrag einer automatischen Station an
DARC und Behörde gestellt.

Am 11.11.94 lag die ersehnte Lizenzurkunde mit dem Rufzeichen DB 0 MTV
in meinem Briefkasten.

Die Parameter sahen damals wie folgt aus:

                 Ausgabe   :   10200 MHz
                 Eingabe   :   10400 MHz
                 Eingabe   :    2395 MHz

Die Betriebsart ATV lässt sich vielfach mit recht einfachen Mitteln
bewerkstellen, für alle Bänder ist der SAT-Receiver das Bindeglied
zwischen den Konvertern und dem Fernseher. Für 23cm benutzt man den
SAT-Receiver solo, allerdings mit sehr gutem Vorverstärker, für 13 und
9cm bedient man sich kommerziellen Konvertern, die nur knapp oberhalb
unserer AFU-Bändern liegen. Heute werden für alle anderen Bänder um-
gebaute Produkte angeboten, damals hiess es immer selber machen.

Nachdem ATV einen wahren Boom entwickelte, wurden auch später weitere
QRGs beantragt und genehmigt (1995):

                 Ausgabe   :   10200 MHz
                 Ausgabe   :   24100 MHz
                 Ausgabe   :    2343 MHz
                 Eingabe   :  434,25 MHz
                 Eingabe   :    2380 MHz (bedingt durch Umkoordinierung)
                 Eingabe   :   10400 MHz

Nachdem immer mehr QRGs aktiv wurden, füllten auch die einzelnen Kompo-
nenten immer mehr den vorhandenen Schaltschrank bis schliesslich die
Grenzen gesprengt wurden. Bedingt durch eine Dachrenovierung im OV-Heim
wurde alles demontiert und nach der Renovierung wieder unter Dach in
Dormagen aufgebaut.

Derweil lernte ich Dieter, DG1EAD, seines Zeichen Digi-Sysop von DB 0 RWI
kennen. Ich machte eine Besichtigung des Digis, Standort Düsseldorf
(RWI-HAUS) und war sofort von Möglichkeiten, die ein solcher Standort
bietet begeistert.

Hier muss das ATV-Relais hin, dachte ich, ohne zu wissen, wie lange sowas
dauern würde...

Nachdem alle Unwägbarkeiten abgecheckt waren, im bezug auf gemeinsamer
Nutzung eines Standortes von Packet-Radio und ATV, wurde ein Antrag auf
Standortänderung im DARC gestellt.

Leider gab es damals zu dieser Zeit keinen Nachfolger im Bus-Referat,
nachdem Josef Grimm sein Amt zur Verfügung stellte, somit war auch
niemand erkennbar, der die Anträge bearbeitete.

Das war aber nicht das eigentliche Problem. Unterstützung bekam ich
zwar aus allen Richtungen seitens Distrikt aber etliche Schreiben und
telefonische Nachfragen, sowie persönlichen Vorsprachen auf Treffen
verliefen für eine Lizenz nicht positiv. Das Problem war nicht auf
unserer Seite oder der RegTP zu suchen, sondern in Bearbeitungsproblemen
seitens der Primärbenutzer der Bänder.

Naja....vergessen...am 17.11.1998 kam die Lizenz mit neuem Standort
Düsseldorf, RWI-Haus. Leider entfiel durch Neukoordinierung die 13cm
Eingabe aber dafür gab es eine 6cm Eingabe.

Nun stand in der Urkunde:

                 Eingabe   :   10400 MHz
                 Eingabe   :    5772 MHz
                 Ausgabe   :   10200 MHz
                 Ausgabe   :   24120 MHz
                 Ausgabe   :    2435 MHz

Die 70cm Eingabe musste natürlich entfallen, da auf 70cm die User-
eingabe des Digis ist. Die Eingabe auf 13cm wurde durch eine 6cm Ein-
gabe ersetzt.

Mit der aktuellen Lizenz in der Tasche wurden in Dormagen sofort die
Zelte abgebrochen und in Düsseldorf das Relais komplett neu errichtet.

Im Frühjahr/Sommer wurde in weisser Vorraussicht bei RWI schon mal der
alte Antennenmast ausgetauscht, zumal er seinen jahrelangen Dienst
der Amateurfunkgemeinde getan hatte.

Das kurze 60mm Rohr wurde gegen ein 76mm VA-Rohr von 8m Länge ersetzt,
damit auch alle Antennen am neuen Mast Platz und ausreichend Stabilität
finden, derweil auch der inzwischen genehmigte Breitbandeinstieg DB 0 DSP
am selben Standort seinen Betrieb aufnehmen kann.
 
 

Zu den technischen Einrichtungen bei DB 0 MTV...

Von der 4.oder 5.Generation von Netzteilen will ich erst garnicht be-
richten, da gab es immer was was zu verbessern, derzeit ist aber ein
kommerzielles NT in Betrieb, das auch eine Notstromversorgung der 12V
übernehmen kann.
 

3cm Technik:

Eine 23cm Senderaufbereitung in Modulbauweise, Steuersender, PLL, Basis-
band und Frequenzzähler speisen über Koaxkabel den Verachtfacher am
Mast, dahinter die PA. Verachtfacher, PA und Antenne sind in einem
Kunstoffrohr montiert, was mit Gewindestangen seitlich am Mast befestigt
wurde. Die Antenne ist ein 20 fach Schlitzstrahler, selbige Antenne wird
auch für die 3cm Eingabe benutzt. Ein umgebautes LNB mit einer Ozillator-
frequenz von 9GHz speist einen Sat-Receiver im Steuerschrank, somit
wird die QRG von 10400 auf eine ZF von 1400 umgesetzt.

13cm Technik:

Die 13cm Sendeseite ist auch in Modulbauweise realisiert, Steuersender,
Basisband, PLL und FZM im 19" Geh„use befinden sich im Steuerschrank.
Die 200mW werden über 14m Kabel zur PA geführt, am Mast, dort auf ca 8W
verstärkt. Als Antenne wird auch ein Schlitzstrahler benutzt.

6cm Technik:

Wir arbeiten dran.
 

1,25cm Technik:

Auch daran arbeiten wir.
 

Es wurde darauf geachtet, alle Bausteine in 19" Technik herzustellen,
somit ist es einfach im Falle eines Defektes den kompletten Einschub
mit nach Hause zu nehmen und wieder zu reparieren, falls dies vor Ort
nicht möglich sein sollte.
 
 

Im Schaltschrank sind von oben nach unten folgende Racks eingebaut:

BGT A     Netzteil 10A/12V  mit Notstromeinspeisung
BGT B     Sysopsteuerung zur Fernabschaltung der Ausgaben
BGT C     DTMF Auswerter für Benutzer 144.725
BGT D     Sat-Receiver 3cm
BGT E     Sat-Receiver 13cm
BGT F     13cm Steuer TX
BGT G     23cm Steuer TX
BGT H     Video/Audio Auswertung, Multiplexer, Testbildgeber
BGT I     (Antennensteuerung für 13cm Eingabe)
 

zu BGT D/E:

Die Sat-Receiver sind fernsteuerbar, dazu muss man DB 0 MTV via
DB 0 RWI connecten und auf dem Servicerechner die //run Befehle
ausführen. Damit werden die OnScrenDisplay Einstellungen/Feldstärke
im Bild eingeblendet. Vom Sysop ist auch eine andere Parameterein-
stellung möglich, z.B. für Übernahme eines Rundspruchs.
 

zu BGT H:

Die komplette Steuerung wurde in Hardware mit cmos-Technik auf-
gebaut. Von links nach rechts sind folgende Komponenten:

a. Sysncronauswerter mit Tonsquelch,3 fach Verteiler Video,2 fach
   Audio
b. dito.
c. dito.
d. dito.
e. 8 fach Videomultiplexer
f. 8 fach Audiomultiplexer
g. Steuerung für die Testbildeinblendung während Betrieb der Eingaben
h. Testbildgenerator FuBK mit Call DB 0 MTV
 

Aussichten und Zukunft:

Im Sommer wurde auch der Schrank des Digis erneuert, sowie ein zu-
sätzlicher Schrank für die Aufnahme der Rechner aufgestellt.
In diesem Schrank befinden sich Box-Rechner (RWI-8), HTTP-Server
und der Steuerrechner für DB 0 MTV.

Ziel unserer gemeinsamen Arbeit ist es, schnelle Einstiege zu
schaffen (100k/bit) und gleichzeitig auf einem 2.Tonunterträger
Linkstrecken mit vorhandenen ATV-Equipment zu realisieren, da die
ATV-Ausgaben 24h QRV sind, warum sie also nicht noch zusätzlich
zur Datenübertragung nutzen !?

Derzeit wird auch daran gearbeitet ein universelles Konzept zu
erarbeiten, um Kombinationen von ATV-Relais/Digis ferngesteuert
zu bedienen. Es soll so erstellt werden, das alles modular erweiter-
bar ist, weil eben nicht alle Komponenten bei jeder Relaisstelle
benötigt werden.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen die mir in irgend-
einer Weise geholfen haben bedanken. Ohne Hilfe und Unterstützung in
materialistischer, finanzieller und kreativer Weise wäre solch ein
Projekt nie möglich gewesen.


Panoramakamera dei DB0SOL

Wie bei vielen anderen ATV-Relaisstellen bereits realisiert, hat jetzt auch DB0SOL in Solingen eine Panoramakamera bekommen, mit der man sich die Umgebung ansehen kann. Die Besonderheit besteht darin, dass die Steuerung via Packetradio vorbenommen wird.
(Manfred, DJ1KF)