Zeittafel der Entwicklung des Fernsehens (z.T. aus "Im Spannungsfeld der Ströme", DC8QQ) ---------------------------------------- 1884: Paul Nipkow meldet ein "Elektrisches Teleskop" zum Patent an. Für seine Lochscheibe erhält er am 6. Januar 1885 das Kaiserliche Patent 1887: Heinrich Hertz entdeckt die nach ihm benannten elektromagnetischen Wellen und ihre Auswirkung, die Grundlage von Radio, Fernsehen und Radar 1888: Erfindung der Fotozelle durch J. Elster 1889: K. Frischen erfindet den Lautsprecher 1894: Sir O. Lodge entdeckt die elektrische Resonanz, eine der Voraussetzungen der Rundfunktechnik 1895: A.St. Popows erfindet den Luftdraht - die Radioantenne 1896: G. Marconi telegraphiert erstmals drahtlos. Im Jahr darauf gründet er in London die Marconi Wireless Telegraph Co., die vor allem Schiffsfunkgeräte baut und so die Seefahrt revolutioniert 1897: Slaby und Arco beginnen für die AEG mit ihren Funkpionier-Arbeiten, errichten im Turm der Heilandkirche bei Sacrow an der Havel den ersten deutschen Sender 1897: K.F. Braun meldet sein "Telegraphiesystem ohne fortlaufende Leitung" zum Patent an und erfindet die nach ihm benannte Kathodenstrahl-Röhre (Braun´sche Röhre) 1898: V. Poulsen erfindet das Magnetophon-Prinzip 1902: A. Korn erfindet die Bildtelegrafie 1904: J.A. Flemming erfindet die Glühkathoden-Röhre und begründet damit die Elektronentechnik 1904: Chr. Hülsmeyer entdeckt das Radarprinzip 1906: E.F.W. Alexanderson baut den ersten Hochfrequenzgenerator 1906: Robert von Lieben entwickelt die elektronische Verstärker-Röhre, die sogen. "Liebenröhre" 1907: Lee de Forest erfindet das Audion 1911: nach Kohärer- und Detektor-Empfängern setzen sich Röhren-Empfänger durch 1913: A. Meißner gelingt es, die Glühkathodenröhre zur Herstellung und Aussendung (Rückkopplung) ungedämpfter Schwingungen zu verwenden 1922: H. Vogts stellt den Tonfilm vor 1923: J.L. Baird meldet sein drahtloses Fernsehsystem mit 20-Loch-Nipkowscheiben zum Patent an 1924: W.K. Zworykin erfindet das "Ikonoskop", eine der Grundlagen des elektronischen Fernsehens 1929: erste drahtlose TV-Übertragung in Deutschland durch Denes von Mihaly in Berlin mit 30 Zeilen und 10 Bildern pro Sekunde 1929: Gründung der Berliner "Fernseh A.G." durch Baird zusammen mit Robert Bosch, Loewe und Zeiss Icon 1930: Fritz Schröter patentiert das Zeilensprungverfahren als „Verfahren zur Abtastung von Fernsehbildern" 1931: Loewe zeigt auf der Berliner Funkausstellung den ersten Fernseh-Bildpunkt-Abtaster und einen TV-Empfänger mit elektronischer Bildröhre (100 Zeilen), entwickelt von Manfred v. Ardenne 1935: der Sender Witzleben (bei Berlin) nimmt als erster der Welt den experimentellen Fernsehbetrieb mit 180 Zeilen und 25 Bps auf (u.a. mit Telefunken-Techniker Walter Bruch) 1936: von der Olympiade in Berlin werden täglich Fernsehübertragungen durchgeführt (180 Zeilen), rund 150000 Zuschauer verfolgten im Laufe der 16 Tage die Bilder in den öffentlichen Fernsehstuben 1938: Umstellung der Berliner TV-Sendungen auf 441 Zeilen und 50 Halbbilder durch Telefunken (Zeilensprungverfahren nach Schröter) 1939: Dr. Sommer von "Baird Television" patentiert eine panchromatische Photokathode, die später eine Grundlage der ersten Farb-TV-Kameras in den USA wird 1941: J.L. Baird meldet sein 3D- und Farb-TV-System zum Patent an (volumetrisches 3D) 1948: Erfindung des Transistors durch Bardeen, Brattain und Schockley (USA) 1948: 33 TV-Experten tagen in Hamburg und beschließen die 625-Zeilen-Norm (bereits 1945 von Walter Bruch vorweggenommen), und die Deutsche Bundespost führt diese CCIR-Norm für das deutsche Fernsehen ein 1950: im Hochbunker auf dem Heiligenfeld in Hamburg wird experimentell das erste deutsche Fernsehbild nach dem Krieg vorgeführt 1951: im Philips-Fernsehwerk Krefeld wird mit dem Tischgerät TD1410 die Produktion aufgenommen 1952: erster öffentlicher Fernsehempfang in Westdeutschland auf dem Longinusturm in den Baumbergen durch Reinhold Holtstiege vom 175 km entfernten holländischen Versuchssender Lopik. Erst knapp ein Jahr später zu Weihnachten 1952 gehen die ersten TV-Sender in Deutschland in Betrieb, z.T. mit Studioausrüstung aus der Vorkriegszeit 1954: erste NTSC-Farbfernseh-Übertragung in den USA von der Rosenparade in Pasadena durch 24 Sendestationen 1956: von der NBC wird das Peacock–Pfauen-Testbild vor Beginn jeder Farbfernsehsendung eingeblendet, um den Zusehern die richtige Farbtonabstimmung zu ermöglichen 1956: erste S/W-TV-Sendung von der neu entwickelten AMPEX-Magnetaufzeichnungs-Maschine (2-Zoll-VTR) in den USA 1962: erste Fernseh-Direktübertragung von den USA nach Europa über den Satelliten "Telstar" 1963: Telefunken patentiert das PAL-Farbfernseh-Verfahren von Walter Bruch 1967: Eröffnung des Farb-TV-Sendebetriebs in GB und Westdeutschland mit der PAL-Norm 1969: weltweite S/W-TV-Übertragung von der ersten Mondlandung mit Apollo 11 1970: Patent zweier Schweizer Physiker (M. Schadt und W. Helfrich) startet die Ära der Flüssigkristall-Bildschirme (LCD) 1970: Walter Bruch patentiert sein "Trisec"-Verfahren, einen Vorläufer der D2MAC-Norm 1972: Philips bringt das Magnetaufzeichnungs-Gerät VCR für Heimanwender auf den Markt 1976: JVC entwickelt das VHS-Kassetten-Aufzeichnungs-System, das sich weltweit durchsetzt 1977: erste Vorstellung des Zusatzdienstes "Bildschirmtext" auf der Funkausstellung 1977: Start des geostationären Wettersatelliten "Meteosat-1" auf 0 Grad 1978: erstes Lichtleiter-Kabel wird auf einer 4,3-km-Versuchsstrecke in Berlin getestet 1981: das ZDF beginnt Versuche mit einem Stereotonübertragungssystem und Zweikanal-Ton 1982: Reinhold Holtstiege, DC8QQ, gelingt der Fernseh-Empfang vom Forschungs-Satelliten OTS-2 mit einer selbstgebauten Empfangsanlage 1983: der WDR strahlt im 3. Programm als Erster 40 Seiten Videotext aus 1983: Demonstration des russischen Satelliten-Fernsehens von "Gorizont" auf der Ausstellung "Elektrotechnik 83" in der Westfalenhalle Dortmund durch DC8QQ (gegen den Willen der Bundespost) 1983: Philips und Sony bringen die digitale Audio-CD auf den Markt, später die VCD mit MPEG-1-codierten Videofilmen 1985: Broschüre "TV-Satelliten-Empfangstechnik für den Praktiker" von DC8QQ erscheint 1988: das "Pflichtenheft Satelliten-Fernsehen" erscheint, Autor DC8QQ 1989: die einmalige Gebühr für private Satelliten-Empfangsanlagen wird von 50 auf 25 DM gesenkt, die Monatsgebühr von 5 DM entfällt 1989: analoge HDTV-Programmausstrahlung in Japan über Satellit (MUSE-Standard 960 Zeilen) 1992: erstmalige HDTV-Übertragung von Olympischen Spielen im europäischen Standard HD-MAC (1250 Zeilen, Bild analog, Ton digital) mit dem Bildformat 16:9 1992: erster Praxistest mit DVB-T zwischen WDR-Sender Langenberg und Universität Wuppertal (u.a. mit DJ8DW) 1994: PAL-Weiterentwicklung mit dem abwärtskompatiblen PAL-Plus-Verfahren zur Beseitigung von Cross-Color- und Cross-Luminance-Störeffekten im 16:9-Bildformat durch ein im ultraschwarzen Bereich mitgesendetes Helpersignal 1995: erste Regelausstrahlung im digitalen DVB-S-Standard durch "Premiere" via Satellit Astra (QPSK, MPEG-2) 1995: die DVD ermöglicht auf der gleichen Fläche wie die einer CD die siebenfache Speicherkapazität, z.B. für kopiergeschützte Spielfilme im MPEG-2-Format 1996: erste volldigitale HDTV-Übertragung im amerikanischen ATSC-Standard (1080 Zeilen, MPEG-2), der Mehrnormen-Testbetriebs-Empfänger wurde an der Univ. Wuppertal entwickelt (u.a. mit DJ8DW) 1998: erster regulärer Testbetrieb mit DVB-T (terrestrisches SD-TV) in Australien 2002: der Blu-ray-Standard erhöht die Kapazität der DVD durch einen tief-violetten Laser in zwei Lagen auf bis zu 50 GB an Daten, z.B. für noch besser kopiergeschützte Spielfilme in HDTV-Auflösung (1080p24 oder 1080i50/60, MPEG-2 oder MPEG-4/AVC) 2003: erste europäische Digital-HDTV-Testsendungen via Satellit vom belgischen Sender "Euro1080" (1080i50, MPEG-2) 2003: erste Komplettumstellung eines deutschen Bundeslandes (Berlin) auf DVB-T-Empfang 2006: DVB-H-Weltpremiere in Italien durch den Mobilfunkanbieter "Drei" 2006: Spiele der Fußball-WM in Deutschland werden erstmals live für mobile Endgeräte und Handys sowohl über Digital Multimedia Broadcasting (DMB) als auch über UMTS ausgestrahlt 2008: der letzte Analog-TV-Sender im Band I, der Sender Ochsenkopf mit ARD auf Kanal E4, wird abgeschaltet 2008: die BBC produziert ein Rugby-Spiel erstmals in stereoskopischem 3D-HDTV 2009: Eutelsat sendet testweise auf "Eurobird 9" eine Videoschleife in "side-by-side"- 3D-HDTV (1080i, MPEG-2) 2010: ARD und ZDF beginnen mit der Regelausstrahlung in HDTV (720p, MPEG-4/AVC)