Zur
37. JHV der AGAF, gleichzeitig 2. ATV-Tagung in Lenzen/Elbe,
kamen am 19. März 2005 über 60 YLs und OMs.
Günther, DM2CKB, hatte
im Hotel Schützenhaus ein umfangreiches Vortragsprogramm
sowie eine Liveübertragung
via DB0EUF (auf einem
der 314 m hohen
Höhbeck-Türme am gegenüberliegenden Elbufer) auf
mehrere
norddeutsche ATV-Relais organisiert.
Im
großen Saal des
Schützenhauses wurden dazu und für private Mitschnitte
insgesamt 6 Videokameras aufgebaut,
eine davon arbeitete
sogar im neuen
hochauflösenden HDV-Format. Parallel lief das
"Damenprogramm"
mit Ausflügen in die landschaftlich reizvolle Umgebung an der Elbe.
Im
ersten Vortrag schilderte Reinhard, DL3SXB, an Hand von mit
einem Beamer projizierten Fotos
und alten Videoaufnahmen die Historie des TV-Empfangs
im Raum Lenzen, konnte aber auch ein
Originalexemplar der ersten selbstgebauten
Röhren-"Settop-Box" (E88CC) für den UHF-Empfang von
ZDF und NDR3 vorzeigen. Angeregt durch diese privaten
"Weiterbildungsmaßnahmen" und unterstützt von
Manfred, DJ1KF (sk),
begann dort nach der Wende erst 1994 die aktive
ATV-Tätigkeit, belegt durch einen
Mitschnitt von Günthers (DG6SXB) erstem QSO.

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Dann
machte Uwe, DJ8DW, einen Sprung in die digitale ATV-Gegenwart
und stellte anhand von Folien
die neuesten Entwicklungen der DATV-Gruppe an der Bergischen Universität
Wuppertal vor. Neben einer
geringfügig verbesserten Ausführung des 70/23 cm-Upconverters zeigte er eine
Europakarten-Version
mit Spannungsversorgung, eine "ByteblasterII"-Platine zum
Programmieren der
DATV-Sender-Eigenschaften
und einen Musteraufbau des direkten PC-Festplatten-Anschlusses
mit Bedienprogramm und
Erweiterung auf HDTV-Fähigkeit. Die inzwischen fertig
entwickelte 70 cm-GMSK-Empfängereinheit
unterstützt zwei Kanalbandbreiten
(2 und 6 MHz) und mehrere Varianten der Decodierung, d.h.
Remodulator
für einen Standard-DVB-S-Receiver, QPSK-Durchschliff und
MPEG2-Decoder-Parallelausgang.

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Auf
einem Monitor im Saal lief die ganze Zeit ein DVD-Mitschnitt des
jüngsten 70
cm-GMSK-Tests
über 100 km zwischen Wuppertal und dem
niederländischen Auswärts-QTH von DJ8DW.
Außerdem
zeigte Uwe Musteraufbauten
von neuen Down- und Up-Convertern 23/70 cm sowie einen
Muster-DVB-T-Sender mit wahlweise 2K- und 4K-OFDM.
Im
dritten Vortrag stellte Iwo, DG0CBP, der Betreiber des
ATV-Relais DB0HEX und ATV-Sachbearbeiter
im DARC-VUS-Referat, einige
Verschaltungsvarianten und Platinen von SR-Systems für
DATV-Relais
mit digitalen Linkverbindungen vor. Anhand einer elektronischen
Übersichtskarte
zeigte er vorhandene
und geplante Digital-Linkstrecken im süddeutschen
Raum um DB0SCS (mit umgebauten PC-Netzwerkkarten)
und im Norden um DB0EUF und DB0HEX (mit QAM). Im Westen könnte eine Verbindung
zum Rhein-Ruhrgebiet
über DB0HAU bei
Frankfurt aufgebaut werden. Die moderne Multiplex-Ausgabe eines
DATV-Relais
braucht für 5 wählbare Bilddatenströme in guter
Qualität ca. 16 MHz HF-Bandbreite.

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Danach
stellte Klaus, DL9KAS, seine 10 GHz-DATV-Relaisausgabe bei
DB0KWE (auf dem Kraftwerk Weisweiler
westlich von Köln) vor.
Trotz der hohen Hitzebelastung läuft die nur 5 MHz breite
QPSK-Aussendung
seit über 1 Jahr problemlos. Eine stabile Monitoring-Verbindung zu ON0ATV in
Belgien gelang erst,
nachdem dort ein digitaltauglicher Empfangs-LNB mit geringem LO-Phasenrauschen eingesetzt wurde.
Mit einem Video und Fotos von einer privaten Besichtigung des
Radioteleskops Effelsberg in der nahen Eifel
gab er Einblicke in professionelle Antennen- und
Verstärkertechnik auf Weltniveau. Nach der Mittagspause
erläuterte Michael, DF4HR, im fünften Vortrag die
Eigenentwicklungen für die digitalen Ausgaben und Linkstrecken
(SR-Systems) um DB0DTV in Hamburg und DB0EUF bei Lenzen.
Während zu Zeiten der analogen Links
nach Schwerin und DB0HEX trotz hohem Antennenaufwand immer wieder wetterbedingte
Bildausfälle
vorkamen, ist dies seit der Umstellung auf Digital-Betrieb nicht mehr passiert. Die umfangreiche
DTMF-Steuerung
(digital mitgeführt auf den Linkstrecken) ist bei derzeit
15 aktiven Nutzern dank
deren Disziplin noch beherrschbar,
eine geschützte PC-Steuerung via Internet-Verbindung mit
Rückmeldungen ist im Aufbau. Insgesamt
7 MPEG2-Eingänge und 2 DVB-S-Tuner sowie eine lokale
Tastenbedienung mit LCD-Anzeige füllen das
19-Zoll-Einschubgehäuse, eine C-Control-Fernbedienung via
GSM-Handy-Verbindung ergibt durch SMS
zusätzliche Steuermöglichkeiten.
Ein abschließendes DVD-Video von DO1HPG ergänzte mit
QSO-Beispielen
und Technik-Demos die beeindruckende Vorstellung modernster
ATV-Technologie. Kurzberichte
von umliegenden
ATV-Relais wie Kiel und Heiligenhafen rundeten die ATV-Tagung
ab. Durch einen zusätzlichen Kleinumsetzer
von 10 GHz nach 23 cm wurden z.B. in Heiligenhafen 6 neue Nutzer
angebunden,
die sonst aus topografischen Gründen ausgeschlossen wären.

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In
der anschließenden AGAF-Jahreshauptversammlung wurde der
bestehende Vorstand einstimmig wiedergewählt,
allerdings im Fall von
Uwe, DJ8DW, als 2. Vorsitzender auf dessen ausdrücklichen
Wunsch nur kommissarisch -
er fordert alle Mitglieder dringend zur Suche eines jüngeren
Nachfolgers auf, dem er dann weiter mit Rat und Tat
zur Seite stehen will. Der hohe Altersdurchschnitt im Amateurfunk
allgemein macht ihm große Sorgen.
Norbert, DK6XU, schilderte erschwerte Bedingungen für Relais an kommerziell mitgenutzten
Standorten
(sehr teure amtliche Standortbescheinigungen!) und wies auf
neuartige WLAN-Anwendungen
in mehreren
GHz-Amateurfunkbändern hin, und Manfred, DG4BAQ,
beobachtete Tests von breitbandigen Ortungssystemen
im 70 cm-Band.
Ein von Heinz, DC6MR, abgerufendes Meinungsbild der anwesenden
Mitglieder ergab bei vielen Enthaltungen
eine Mehrheit für
einen Antrag auf Beitritt der AGAF zum RTA.
Klaus, DL4KCK