Facsimile - FAX
Rückblick
Die Facsimile-Telegrafie zählt zu den ältesten Telegrafie- techniken. Bereits vor der ersten Nutzung der Morsetelegrafie in Europa (1848) wurde von Alexander Bain ein Vorschlag für einen Kopiertelegrafen gemacht. Eine praktische Nutzanwendung erfolgte erst viele Jahre später. In den 20er Jahren unseres Jahrhunderts wurde die Bildtelegrafie in den USA und in Europa durch so namhafte Firmen wie RCA, Bell, Muirhead, Siemens und Dr.-Ing. Hell weiterentwickelt zum Bildfunk in schwarz-weiß oder sogar mit drei nacheinander übertragenen Farbauszügen.
Funktionsweise
Bei der klassischen Methode, Faksimiles zu übertragen, wird eine Vorlage durch einen Lichtstrahl abgetastet und daraus elektrische Signale in Form von Amplitudenschwankungen erzeugt. Die zu übertragende Vorlage wird dabei in einzelne Zeilen zerlegt und Zeile fuer Zeile abgetastet, ähnlich wie bei der Übertragung eines Fernsehbildes. Die so gewonnenen Bildsignale werden einem Modulator zugeführt und mit Hilfe eines Ton- Hilfsträgers übertragen. Auf der Empfangsseite werden diese in einem Demodulator ausgewertet und steuern die Schreib- einrichtung des FAX-Gerätes auf der Empfangsseite. FAX-Geräte werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die analog arbeitenden Geräte der CCITT-Gruppen 1 und 2 sind nach kleinen Modifikationen auch für den Funkfax-Betrieb im Amateurfunk verwendbar, die digitalen der Gruppen 3 und 4 nicht! 1974 startete Manfred May, DJ1KF, die Amateurfunk-FAX-Aktivitäten in DL mit 14 Siemens-KF108-Maschinen (AM-Trommel-Tintenschreiber DIN-A5 mit Röhrenverstärker, CCITT-Gruppe 1) und wurde FAX-Referent bei DARC und DAFG (Deutsche Amateur-Fernschreib-Gruppe). Sein Nachfolger beim DARC wurde später Hans-Jürgen Schalk, DJ8BT, und die neuen jap. Foto-Fax-Maschinen (transistor. FM-Trommel-Schreiber DIN-A4 mit elektrosensitivem Papier, CCITT-Gruppe 2 modifiziert passend zum SSTV-Tonumfang) erlaubten Graustufenübertragung und Wettersatelliten-Bildempfang. Die Qualität der Übertragung wird im wesentlichen von der Anzahl der Bildpunkte je Zeile, der Anzahl der Zeilen/mm und der Anzahl der Zeilen/Min. bestimmt. International üblich sind 60, 90, 120 und 240 Zeilen/Min. (lpm) und Frequenzmodulation auf einem 1900 Hz-Unterträger mit plus/minus 400 Hz Hub. Wettersatelliten im VHF/SHF-Bereich senden einen amplituden- modulierten 2400 Hz-Unterträger auf einem FM-Träger mit max. plus/minus 20 KHz Hub. Die Synchronisation von FAX-Sender und -Empfänger geschieht am Beginn der Abtastung, danach laufen sie frei bzw. quarzsynchron.
Durch moderne computergestützte FAX-Übertragungsverfahren sind weitere Vereinbarungen hinzugekommen. Ein von Eberhard, DK8JV, entwickeltes Farbfax-System namens "JV-color" mit 360 Zeilen/Min. ähnelt dem zeilensequentiellen Farb-SSTV-Verfahren, ergibt aber eine höhere Auflösung. Als Bündel mit SSTV- und Wettersatelliten-Empfangs-Programmen förderte sein "JVFax"- Programm für PC die internationale Verbreitung der Bildübertragung im Amateurfunk.
Wie wird man QRV?
Um in Rahmen des Amateurfunks FAX übertragen zu können, brauchen die heute üblichen Funkgeräte nicht umgebaut zu werden. Auf den KW-Bändern wird die Sendeart J3C (SSB) verwendet (Faksimile-Bildfunk). Durch die Wahl des Seitenbandes wird die Polarität des Bildes bestimmt. Nach CCITT-Empfehlungen muss Weiß immer die oberhalb der Frequenz des Hilfsträgers liegende Eckfrequenz sein. Bei den Sendern und Empfängern bzw. Transceivern können die normalen niederfrequenten Ein- und Ausgänge (Mikrofon und Lautsprecher/ Kopfhörer) mit entsprechender Pegelanpassung benutzt werden. Bei der Verwendung von Computern und der reichlich vorhandenen Software mit den angebotenen bzw. beschriebenen Konvertern ist der zusätzliche technische und finanzielle Aufwand relativ gering.
Auf welchen Frequenzen findet FAX-Betrieb statt?
Die Anruffrequenzen für FAX-Betrieb auf der Kurzwelle sind 3730, 7040, 14230, 18110, 21340, 24930 und 28680 KHz. Auf dem 160m- und 30m-Band ist FAX-Betrieb nicht zulässig. Allerdings wird das Bildübertragungsgeschehen auf den Amateurfunk- Kurzwellenbändern durch SSTV-Sendungen auf den und um die selben Anruffrequenzen mit jeweils 3 KHz Abstand bestimmt.
Weitere Informationen
Wer in die Betriebsarten FAX und SSTV einsteigen möchte, kann sich mit Hilfe des Buches "SSTV von simpel bis High-Tech", erschienen im DARC-Verlag, umfassend informieren.
Aktualisierte Fassung von Klaus, DL4KCK AGAF e.V.