WRC 2012: IRT warnt vor weiterem Frequenzverlust für DVB-T ---------------------------------------------------------- Auf der aktuell in Genf stattfindenden World Radiocommunication Conference WRC-2012 könnte eine weitere Einschränkung des Antennenfernsehens drohen. Obwohl eine Umwidmung nicht auf der Tagesordnung stand, wächst der Druck von arabischen und afrikanischen Staaten 25 % der Fernsehfrequenzen, das sogenannte 700 MHz-Band, für den Mobilfunk freizugeben. Der Rundfunk sieht diese Entwicklung mit großer Besorgnis, wie das Institut für Rundfunktechnik (IRT München) am 9.2. mitteilte. Ausreichendes Funkspektrum ist eine der Grundvoraussetzungen für den Digitalen Terrestrischen Rundfunk. Der Terrestrische (Fernseh-)Rundfunk ist die Basis für eine sichere, flächendeckende und kostengünstige Information aller Bevölkerungsteile und damit eine zentrale Grundlage der demokratischen Willensbildung. Zur zeitgleichen Verbreitung von Informationen sind großflächige Rundfunknetze wirtschaftlicher als zellulare Mobilfunknetze. In Fortentwicklung zu DVB-T2 und einer Kombination beider Systeme bieten sich vielfältige Möglichkeiten für beide Seiten. Eine Einschränkung der Frequenzbasis im sich abzeichnenden Umfang würde dagegen diese Basis in Europa gefährden und Störungen und Folgekosten verursachen, die um Faktoren über denen der „Digitalen Dividende“ der Kanäle 61-69 liegen wird. Der Rundfunk begrüßt ausdrücklich die Haltung der deutschen Regierung, im Rahmen der WRC-12 keinen Frequenzzuweisungen an den Mobilfunk zuzustimmen und Präjudizierungen für kommende Konferenzen entgegen zu treten. update: Fortbestand von DVB-T in Gefahr ------------------------------- Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) sieht durch den Verhandlungsverlauf der am 17.2. zuende gegangenen Weltfunkkonferenz (World Radiocommunication Conference, WRC-12) in Genf den durch das Europäische Parlament bestätigten und im Rahmen des europäischen Programms zur Funkfrequenzpolitik (Radio Spectrum Policy Programme, RSPP) gefundenen Kompromiss in Gefahr. Während die europäischen Institutionen mit dem RSPP um einen ausgewogenen Kompromiss bemüht waren, der neben den Interessen des Mobilfunks auch den Rundfunk und seine Entwicklungsperspektive zu berücksichtigen versucht, zeichnet sich bei der WRC-12 bereits eine Entscheidung hinsichtlich der vom Rundfunk genutzten Frequenzen des 700-MHz-Bandes und somit hinsichtlich einer Digitalen Dividende II ab. Damit wird aus Sicht des VPRT nicht nur die im RSPP im Sinne einer effektiven Frequenznutzung verankerte Frequenzbestandsaufnahme vorweggenommen, die einer Entscheidung über die Neuverteilung oder geteilte Nutzung von Frequenzen vorgelagert werden sollte. Auch wird mit einer solchen Entscheidung der Einführung von DVB-T2 die Planungssicherheit entzogen und der störungsfreie Empfang von DVB-T weiter bedroht. SatelliFax IRT-Pressemitteilung zur WRC-12-Auswirkung auf DVB-T: http://www.agaf.de/IRT_WRC-2012.pdf "Media Broadcast" warnt in einer Mitteilung vom 23.2. davor, dass knapp ein Drittel des heute für das terrestrische Fernsehen DVB-T genutzten Spektrums ab 2015 auch dem Mobilfunk zugewiesen werden könnte. Dies entschied die Weltfunkkonferenz WRC vergangene Woche in Genf. Damit drohe die Digitale Dividende II Realität zu werden. "Sie gefährdet nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer die Entwicklungsperspektive von DVB-T deutlich", so Media Broadcast. Zudem sei damit der störungsfreie Empfang des digitalen Antennenfernsehens weiter bedroht. www.digitalfernsehen.de