Reinhold Holtstiege (DC8QQ) ist tot. Er verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am Dienstag (1. März) im Alter von 81 Jahren. In seinem 1995 eröffneten Rundfunkmuseum bildete er die Geschichte der Hörfunk- und Kommunikationstechnik mit rund 3000 Exponaten ab, die es so nur einmal in Deutschland gibt. Seinen geliebten Geburtsort Havixbeck machte er bei jeder Gelegenheit bekannt. Anfang 1952 empfing er als erster in Westdeutschland ein einwandfreies Fernsehbild von einem holländischen Versuchssender. In Deutschland waren noch keine Fernsehsender in Betrieb. Als Russland 1957 den Satelliten „1“ in den Umlauf um die Erde brachte, war Holtstiege als Funkamateur auf Sendung und wunderte sich über die fremden Signale. Dieses Ereignis brachte ihm den Beinamen „Sputnik von Havixbeck“ ein. Die Beisetzung ist am kommenden Samstag (5. März) um 9.30 Uhr auf dem Friedhof. (www.westfaelische-nachrichten.de) Nachrufe und WN-Artikel (übermittelt von DD0QT): http://www.agaf.de/DC8QQ-Reinhold-sk.pdf Reinhold Holtstiege (AGAF-Mitglieds-Nr.068) war auch ein TV-Satelliten-Empfangs-Pionier - ich erinnere mich an seinen PKW-Anhänger, auf dem ein riesiger Parabolspiegel aufgebaut war. Damit führte er z.B. den staunenden WDR-Angestellten in Köln- Bocklemünd innerhalb eines Weiterbildungs-Seminars in den 80er-Jahren die Zukunft des Fernseh-Empfangs vor... Hier noch ein TV-AMATEUR-Bericht über seine Museumsaktivität von 2002: Im Spannungsfeld der Ströme --------------------------- Wer genug Zeit und Mobilität für einen Ausflug ins schöne Münsterland hat, sollte bis 11. August 2002 mal das Sandsteinmuseum in Havixbeck besuchen (Infos und Anfahrweg im Internet unter www.havixbeck.de/sandsteinmuseum). Dort ist im Obergeschoss eine außergewöhnliche Ausstellung von Reinhold Holtstiege, DC8QQ, untergebracht. Der Titel "Im Spannungsfeld der Ströme" trifft wirklich, denn auf Bildtafeln und mit Original-Objekten wird ein Bogen von der Entdeckung der Elektrizität bis zur aktuellen Computer-Technologie gespannt. Auch für Funkamateure gibt es reichlich zu sehen, vom funktionsfähigen Löschfunken- Sender und einem Detektor-Empfänger, mit dem die SOS-Signale der Titanik empfangen wurden, bis zu raren Wanderwellen-Senderöhren aus TV-Satelliten und den ersten Eigenbau-Empfängern von Sat-TV-Pionier DC8QQ. Er hat ein 112-seitiges Buch zur Ausstellung mit Beschreibungen der Objekte und einer informativen Zeittafel über die Nutzung der Elektrizität von 1170 v. Chr. bis heute herausgebracht. Mittwochs und samstags ab 15 Uhr führt DC8QQ nach Absprache die z.T. funktionsfähigen Geräte (Tesla-Spule!) auch persönlich vor. Klaus, DL4KCK http://www.agaf.de/DC8QQ-plakat.jpg Reinhold Holtstiege, DC8QQ silent key ------------------------------------- Wie eben das Westdeutsche Fernsehen in der Lokalzeit Münsterland berichtete, ist Reinhold Holtstiege im Alter von 81 Jahren verstorben. Reinhold war nicht nur begeisterter Funkamateur und Bastler, er war auch einer der Fernsehpioniere in DL. Im Jahre 1952 gelang es ihm, mit einem Philips-Fernseher ("Starenkasten") erstmalig in DL öffentlich Fernsehen vorzuführen. Das war auf dem Longinusturm in den Baumbergen bei Münster. 1982 empfing er mit einem drehbaren 3 m-Parabolspiegel auf einer Geschützlafette der BW den Forschungssatelliten OTS 2. Seit 1995 gibt es in Reinholds Privathaus in Havixbeck das private Rundfunkmuseum mit über 3000 Exponaten. DC8QQ war auch sehr aktiv in der Betriebsart ATV, ich selbst habe sein ATV-Signal im Jahre 1970 in der Universität Münster empfangen und Physikstudenten im Rahmen eines Seminars vorgeführt. Mehrfach war er auch zu Gast bei der Gigahertztagung in Dorsten, wo er sich mit Beiträgen beteiligte. Wir werden Reinhold als freundlichen, liebenswerten OM und kompetenten Techniker stets in Erinnerung behalten. 73 de DF6VB (aus Packet-Radio) Kurzvideo zu DC8QQ: www.agaf.de/dc8qq-nachruf-03-03-2011.mpg TV-DX-Zeitungsbericht von 1952: www.agaf.de/DC8QQ_TV-DX-1952.jpg