Was ist D-STAR? --------------- DVB und DAB sind für die meisten von uns keine unbekannten Begriffe mehr. Die Digitalisierung schreitet immer mehr voran, auch im Amateurfunk. Noch bevor der erste DVB-T Sender ans Netz ging, wurde schon seit längerem im Amateurfunk mit DATV experimentiert und gearbeitet. Als Politik und Fachleute noch über das "richtige" System für den digitalen Behördenfunk debattieren, war schon das erste digitale Sprachrelais (DB0DUR) nach dem APCO25-Standard QRV. Während in Sachen "digitaler Behördenfunk" Deutschland heute immer noch hinter her hinkt, sind weitere APCO25-Relais hinzu gekommen. Neben DB0DUR sind auch DB0DFT, DB0DUD, DB0DRE, DB0DBN in Betrieb. Durch eine HF-Verlinkung der Relais untereinander sind Bundesländer-übergreifende QSOs ohne jeglichen Qualitätsverlust möglich. Leider sind die APCO25-Geräte nicht beim "Amateurfunkhändler um die Ecke" erhältlich. Im Jahre 1999 entstand eine Zusammenarbeit zwischen der japanischen Regierung, JARL (Japan Amateur Radio League) und der Firma ICOM zwecks Entwicklung einer Möglichkeit zur digitalen drahtlosen Sprachübertragung. Nach einer dreijährigen Entwicklungszeit war der neue Standard zur digitalen, drahtlosen Sprachübertragung - D-STAR - geboren. D-STAR steht für Digital Smart Technologies for Amateur Radio. Quelle: www.amateurfunk-digital.de Die Forderung nach 2 m-Direktfrequenzen für digitale Sprache wie D-STAR wird dieses Jahr im Rahmen der IARU-Region 1 C5-Tagung noch genauer spezifiziert werden. In den Bandplänen sind derzeit ja auch schon digitale Modulationen und All-Mode- Bereiche vorgeschlagen worden. Lücken finden sich bis auf die Ballungsgebiete rund um die Echolink-Repeater (144,794 – 144,990 MHz). DL1YBL im FUNKAMATEUR 4/2008 Weitere Infos: http://www.swiss-artg.ch/aktuell/D-STAR%20Vortrag.pdf http://www.dk1do.de/amateurfunk/afu09.html http://www.darc.de/referate/vus/digital.html Digimode, D-Star und Echolink ----------------------------- Zur Charakterisierung der Betriebsart Echolink fand ich bei der ARRL ein passendes Zitat: "The VoIP technology implies a voice transmission, not RTTY or data." Deutsch: Die VOIP-Technologie beinhaltet eine Sprachaussendung, nicht RTTY oder Daten. Erläuterung: Das Stichwort "transmission" beinhaltet Modulation, in diesem Fall analoge FM-Phonie (was die DARC-Ansiedlung der Echolink-Gateways im 2 m-Digimode-Segment ad absurdum führt). Umgekehrt ist es technisch genau so logisch, ein digital (binär) moduliertes Signal auf den Bändern nicht mit analogen Phonie-Signalen zu mischen, egal ob der Ursprung der Modulation ein Stimmband (DigiVoice) oder ein Computer (RTTY) ist... http://www.arrl.org/FandES/field/regulations/techchar/ Zitat: "D-Star, Communication Contents Digitized voice/audio signals and short data messages are supported. Voice and audio streams are transmitted synchronously to support communications quality reproduction. Data and voice/audio transmissions are interleaved." Deutsch: D-Star enthält digitalisierte Sprach-Signale und kurze Daten-/Textmeldungen, sie werden verschachtelt gesendet. Erläuterung: Mit einem NBFM-RX empfangen ist ein D-Star-Signal (Rauschen) einem 9K6-PR- Signal (Rauschen) akustisch sehr ähnlich. RSGB: Understanding the Band Plan --------------------------------- "The mode indicates the modulation methods (e.g. telegraphy, telephony, machine generated mode) allowed in a segment. A machine generated mode (MGM) indicates those transmissions relying fully on computer processing, for example FSK441, JT6M, JT65, PSK31 or RTTY. Deutsch: die Betriebsart zeigt die Modulationsmethode an (z.B. Telegrafie, Telefonie, MGM = Digimode), die in einem Bandsegment erlaubt ist. MGM zeigt Aussendungen an, die auf Computerverarbeitung beruhen (z.B. FSK441, JT6M, JT65, PSK31 oder RTTY). Erläuterung: die Digitalisierung der Sprache im D-Star-TRX beruht auf (Micro-) Computerverarbeitung... "At the Davos Conference (2005) the HF Committee C 4 recommended (in DV05-C4-Rec-13) that digitised speech is considered a digital data mode with regards to bandplan matters..." Deutsch: Bei der IARU-Region 1-Konferenz 2005 in Davos empfahl das HF-Kommittee "C 4" in "DV05-C4-Rec-13", dass digitalisierte Sprache in Bezug auf Bandplanfragen als digitaler Daten-Modus zu betrachten ist. Diskussionen in DL ------------------ DL1EEC in PR: "...die Umfrage des DARC zu Digital versus Analog zeigt die Richtung. Es geht nicht um FM, D-Star ist FM! In SSB erhebt sich der gleiche Fakt: JVCOMM32 oder DIGTRX?" DL4KCK: Dazu hat das DARC-HF-Referat bereits entschieden, siehe http://www.darc.de/referate/hf/digital/vorzugs_qrgs.html Zitat: "PSK220F+DIGISSTV (USB) Erfolgversprechend sind Rufe auf folgenden Frequenzen zu den angeführten Zeiten: * 14078 kHz (NF etwa 1000 Hz), auf17:00 UTC, wenig Verkehr * 10148 kHz (NF etwa 1000 Hz), auf 22:00 UTC, wenig Verkehr" Erläuterung: "PSK220F" ist Digimode, "DIGISSTV" entspricht DIGTRX oder HamDREAM (digit. Bildübertragung), während JVCOMM32 das alte analoge SSTV-Verfahren anwendet (Anruf-QRG 14230 KHz). Diese räumliche Trennung von Digimode und analogen Betriebsarten fordere ich wegen der gegenseitigen Unverträglichkeit seit vielen Jahren. HB9TOE in einem Web-Forum: "439,450 - 439,575 MHz ist laut IARU-Bandplan Region 1 für "Digital Schmalband Sprache TX" vorgesehen." DL4KCK: Wenn auf 70 cm auch in der deutschen Praxis der DigiVoice-Betrieb bereits ein spezielles Segment benutzt, sollte dies auf 2 m ebenfalls (im Digimode-Bereich) möglich sein... DG1TV in PR: "Da es sich bei D-Star 0.5 GMSK (F7W) um eine auf Frequenzmodulation basierende digitale Uebertragung handelt, ist diese Sendeart in den fuer FM vorgesehenen Bereichen des IARU- Bandplanes gleichberechtigt mit F3E." DL4KCK: Diese auch von DL1EEC bekannte Argumentation müsste folgerichtig ebenso bei APRS, Packet- Radio, RTTY usw. im VHF-FM-Bereich gelten - wer erwartet wie ich gespannt die daraus entstehenden Streitgespräche auf dem Band? Allein die Erwähnung der Modulationsart "GMSK" sollte jedem technisch Informierten den "Digimode"-Charakter dieser neuen Betriebsart deutlich machen...