Eine Satellitenverbindung ist selten eine Direktverbindung von Studio A - Satellit - Studio B. Viele Studios greifen auf Dienstleister zurück, die ihnen eine gewünschte Verbindung zu einer gewünschten Uhrzeit schalten. Dann kann eine Verbindung schonmal so aussehen: Studio A - Satellit - Dienstleister(DE) - Satellit - Dienstleister(USA) - Satellit - Studio B. Der Witz ist aber: Nicht die Strecke(n) Erde - Satellit machen die Verzögerung aus (ok, ein bischen schon, aber nicht in diesem Extrem), sondern das Bild der Übertragung verhindert ein zügiges Durchleiten. Ein Signal aus einem Studio besteht aus Bild und Ton. Jedesmal, wenn Bild und Ton einen Bearbeitungs- oder Übergabeschritt erfahren, * Aus dem Studio geht es in die Sendeabwicklung * Aus der Sendeabwicklung geht es zum Sat-Uplink (Richtung Dienstleister) * Vom Sat-Downlink des Dienstleisters geht es in dessen Multiplexer * Vom Multiplexer geht es mit anderen transatlantischen Signalen auf den Sat-Uplink (Richtung USA) * ... alles nochmal, aber spiegelverkehrt muss das Bild mindestens ein Frame lang (1/25 Sekunde) zwischengespeichert werden, damit es nicht asynchron mit dem Haustakt des jeweiligen Senders/Dienstleisters läuft. Der Ton würde, wenn er nicht ebenfalls um die Verzögerungszeit des Bildes verzögert würde, voreilen. Ein Frame Verzögerung ist aber Utopie. Das klappt bestenfalls theoretisch. In der Praxis wird eine etwas höhere Zeit eingestellt (so 6 Frames). Nun rechnen wir: DE - Uplink/Downlink - Dienstleister(DE) - Uplink/Downlink - Dienstleister(USA) - Uplink/Downlink - Mexico Das sind 6 Stationen mit je 6 Frames Verzögerung, macht 1,44 Sekunden. Den ganzen Weg zurück macht ebenfalls 1,44 Sekunden, zusammen 2,88, gerundet 3 Sekunden. (de.rec.tv.technik)