Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen

(AGAF e.V.)



ATV-Technik für Einsteiger

Amateurfunk-Fernsehen (AM- und FM-ATV)
   - der preisguenstige Start mit Geraeten aus der
Heimelektronik


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Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte

Den Gespraechspartner nicht nur zu hoeren, sondern live im Bild zu   sehen, Rundsprueche, Seminare und Veranstaltungen gemuetlich im Shack   zu erleben, oder gar die eigenen Experimente den Funkfreunden optisch   naeherzubringen, das ist doch sicher die Spitze dessen, was man sich   unter Amateurfunk vorstellen kann.    Glauben Sie es nicht, wenn man behauptet:  - Amateurfunkfernsehen ist nur etwas fuer Experten,  - Sie finden in ATV keinen Partner,  - die Technik ist aufwendig, teuer und   - fuer die GHz-Baender muss man schon Blechschlosser sein.    Falls Sie einen Sat-Receiver, Fernseher, Videorecorder und eine   Kamera nicht nur besitzen, sondern auch bedienen koennen, haben Sie   bereits die Grundlage fuer den Einstieg in die faszinierenste der   Bilduebertragungsverfahren, das Amateurfunkfernsehen.    Es stimmt schon - die ATV-Pioniere der 60-er Jahre hatten es schwer.   Kameras waren unbezahlbar und sowohl auf der Empfangs- als auch auf   der Senderseite gab es weder Bausaetze noch Fertiggeraete fuer den   Einsatz im Amateurfunk.     Zu jener Zeit gab es ATV ausschliesslich in AM-Restseitenband-Technik   auf dem 70cm-Band. Wie bei den kommerziellen Fernsehsendern wurde und   wird dafuer eine Bandbreite von 7 MHz benoetigt und somit der Bereich   von 433,000 bis 440,000 MHz belegt. Dieses Band wird aus verschieden   Gruenden nur noch dort aktiv mit ATV belegt, wo es Umsetzer gibt.     Durch die Vielzahl der mit den Jahren hinzugekommenen Dienste wie FM-  Umsetzer, Packet-Digipeater,  Voice-Mailboxen, Satellitenbetrieb, OV-   und Individualfrequenzen sowie die starke Belegung des ISM-Bereiches   durch private und kommerzielle Nutzer, die alle die für ATV benötigten   Frequenzen mitbenutzen, kann man einem Einsteiger nur abraten, auf   diesem Band sendeseitig zu investieren.

   70cm-Bandplan
Anders sieht es dort aus, wo man im Empfangsbereich eines ATV-Relais  
wohnt, der seine Ausgabe noch im 70cm-Band hat. Der Empfang ist  
denkbar einfach. Alle ATV-Umsetzer arbeiten mit horizontaler  
Polarisation. Mit Ihrer FM/SSB-Phoniestation können Sie vorab prüfen,  
ob ein ATV-Empfang möglich ist. Wegen der Breitbandigkeit  
der ATV-Signale muß bei ausgerichteter Antenne der Bildträger bei  
434,250 MHz mit mindestens S9 mit einem Schmalbandempfänger zu  
empfangen sein, wenn sich weitere Versuche lohnen sollen. Wenn Sie  
nicht auf einen ISM-Träger aus der Nachbarschaft hereinfallen wollen,  
sollten Sie sich auf der ATV-Anruffrequenz 144,750 MHz von einem  
Funkfreund bestätigen lassen, daß der Umsetzer zur Zeit sendet. 


AM-ATV-Empfang auf 70cm 
 
Version A: 
 
Durch die Einführung des Kabelfernsehens ist der Frequenzbereich aller  
modernen Empfangsgeräte erweitert worden. Anfangs mit den  
Sonderkanälen bis 300 MHz und seit einigen Jahren mit dem sogenannten  
Hyperband bis zu 450 MHz. Falls Sie also im Besitz eines  
hyperbandtauglichen Fernsehempfängers, Videorecorders, Bild-im Bild- 
Empfängers (PiP) oder einer PC-FS-Einsteckkarte sind, können Sie Ihre  
bereits ausgerichtete 70cm Horizontalantenne auf das Empfangsgerät  
adaptieren und einen Empfangsversuch starten. Da die Kanalbezeichnung  
nicht einheitlich ist, scannen Sie den Hyperbandbereich einfach einmal  
durch. 
 
Version B: 
 
Falls kein hyperbandtauglicher Empfänger zur Verfügung steht,  
benötigen Sie einen Converter, der das 70cm-Band auf eine niedrigere  
Frequenz umsetzt. Wenn Sie einen solchen nicht selbst noch besitzen,  
können Sie auf dem nächsten Flohmarkt für kleines Geld einen erwerben.  
Falls Ihr TV-Empfänger sonderkanaltauglich ist, eignet sich bereits  
ein Phoniekonverter 70cm/2m. Damit können Sie auf Kanal S6 dann den  
Umsetzer sehen. Wundern Sie sich aber bitte nicht, wenn das Bild  
schwarz wird, wenn Sie auf 2m senden. Der S6 liegt bekanntlich auf dem  
2m-Band. Besser wäre in einem solchen Fall ein Original ATV-Converter,  
der auf einen der Kanäle 2-4 oder 5-11 umsetzt. 


Verbesserungen:
Für den Empfang von ATV-Signalen benötigt man in jedem Fall eine  
gewinnbringende horizontal polarisierte Richtantenne, die möglichst  
drehbar sein sollte. Versuche mit alten Fernsehantennen oder Vertikal- 
Rundstrahlern sind nur selten erfolgreich. 
Selbst bei S9-Signalen im Schmalband-Phonieempfänger kann das Bild im  
Fernsehempfänger noch verrauscht sein. Hier hilft nur ein guter  
Vorverstärker - möglichst mit einer Rauschzahl unter 1dB.  Falls der  
Empfänger immer wieder dunkel getastet wird, ist das kein Fehler in  
Ihrer Empfangsanlage, sondern deutet auf das Vorhandensein anderer  
Funkanwender innerhalb des Empfangsbereiches. Starke Umsetzer und  
Digipeater in der Nachbarschaft sind mit vernünftigem Aufwand nicht  
auszublenden, da ihre Signale im Verhältnis zu den breitbandigen ATV- 
Signalen viel zu stark sind.  
 



Zum Einstieg in die Betriebsart ATV empfiehlt es sich heute, mit dem   Aufbau einer FM-ATV-Empfangsanlage zu beginnen.    Wegen der physikalisch bedingten Bandbreite von mindestens 16-20MHz   kann FM-ATV nur auf den GHz-Baendern abgewickelt werden. Bisher   ueblich sind Aktivitaeten auf 23/13 und 3 cm. Auf 9, 6 und 1,5 cm   gibt es nur vereinzelte Experimente. Auf allen diesen Baendern ist   der Amateurfunk nur auf sekundaerer Basis zugeteilt.   Deshalb wird es bereits jetzt auf den Baendern sehr eng. In Regionen,   in denen im 23 cm-Band ein Umsetzer mit seiner Ein- und Ausgabe   genehmigt ist, kann nach Bandplan schon kein Individualverkehr mehr   durchgefuehrt werden, es sei denn auf der Eingabefrequenz des   Umsetzers, solange dieser nicht aktiv genutzt wird.  In Deutschland sind bereits mehr als 100 ATV-Umsetzer genehmigt und   weitere sind im Aufbau oder in der Planung.   
ATV-Bereiche : 23cm 13cm 3cm
Unterband 1,243250-1,260GHz  2,322 - 2,355GHz  10,150 - 10,250GHz 
Oberband 1,272 - 1,291GHz 2,370 - 2,392GHz 10,370 - 10,450GHz
Reserve 1 Kanal 2,436GHz 
 
Die Modulationsart FM-ATV ist bis auf die etwa halbierte Bandbreite 
identisch mit der beim Satellitenfernsehen eingefuehrten Technik.  
Die Grundausstattung zum Empfang aller GHz-Baender ist ein Receiver.  
Alle auf dem deutschen Markt befindlichen Sat-Empfangsgeraete  
ueberstreichen in jedem Fall den vollen Frequenzbereich, der auf den  
GHz-Baendern fuer ATV benoetigt wird. Das 23cm-Band kann nach  
Anschluss einer Aussenantenne sofort empfangen werden, denn selbst  
die aeltesten Receiver mit einem Empfangsbereich von "nur" 950-1450  
MHz ueberstreichen locker das Band von 1240-1300MHz. Die hoeheren  
Baender erreicht man durch den Einsatz entsprechender Konverter. 
 
Mit der Einfuehrung immer neuer Satelliten und Programme werden  
vermehrt auch in den Privathaushalten die alten, von Hand  
abzustimmenden SAT-Receiver ausgemustert. Man kann diese oft  
preiswert auf dem Flohmarkt, vom Nachbarn oder Haendler erwerben.  
Fuer Amateurfunkanwendungen ist die Handabstimmung besonders  
geeignet. Feste Kanalvorgaben waeren in den Amateurfunkbereichen eher  
hinderlich, weil die Amateurfunk-Bandplaene nicht in das kommerzielle  
Raster passen. 
 
Falls Sie sich fuer das Hobby einen neuen Receiver leisten wollen,  
sollten Sie darauf achten, dass ein Feldstaerke-Messgeraet vorhanden  
ist, und die Gesamt-ZF-Bandbreite moeglichst stufenlos zwischen 12  
und 27 MHz und die Ton-Zf mindestens zwischen 5 und 8 MHz eingestellt  
werden kann. Ausserdem sollte es eine Umschaltmoeglichkeit fuer die  
Videopolarisation geben. Dies kann ein Umschalter auf der Rueckseite  
des Geraetes sein, der mit C- und Ku-(Band) gekennzeichnet ist, oder  
ein Jumper auf der Platine. Nicht verwechselt werden darf diese  
Videoumschaltung mit der H/V-Umschaltung. Diese dient zur Steuerung  
des Polarizers, mit der die Polarisation des LNC's durchgefuehrt  
wird. 
 
Selbst die in Baumaerkten fuer unter 200,--DM angebotenen SAT-Anlagen  
aus Fernost sind fuer Amateurfunkanwendungen brauchbar. Kaufen Sie  
ruhig eine Komplettanlage mit 60cm-Offsetspiegel und LNC fuer den  
Empfang von ASTRA D. Fuer diesen bei Amateurfunkgeraeten unschlagbar  
niedrigen Preis erhalten Sie einen Empfaenger mit Gehaeuse und  
Netzteil mit digitaler Frequenzanzeige fuer die Empfangsfrequenz und  
den Tonuntertraeger, eine (Parabol-)-Antenne mit hohem Gewinn, die  
von 13 bis 3 cm brauchbar ist, sowie einen empfindlichen  
Vorverstaerker mit einer Rauschzahl um 1dB und einen  
hochverstaerkenden Konverter (LNC), der fuer das 10GHz- 
Amateurfunkband umgebaut werden kann. Alle Teile sind, wie  
nachfolgend erklaert, leicht fuer unser Hobby zu modifizieren. 

Modifikationen am SAT-Empfaenger    Antennenanschluss    Alle SAT-Receiver besitzen als Antennenanschluss eine F-Buchse. Da   auf dieser eine Gleichspannung zwischen 14 und 18 Volt zur Versorgung   des LNC's anliegt, ist besondere Vorsicht geboten, ehe man eine   Aussenantenne adaptiert, denn nicht alle eingebauten Netzteile sind   kurzschlussfest. Fuer erste Versuche, oder wenn ein Eingriff ins   Geraet nicht angezeigt ist, gibt es auf dem SAT-Markt   Gleichspannungstrennglieder, die in die Antennenleitung eingeschleift   werden koennen. Besser ist es natuerlich, diese Spannung abschaltbar   zu machen. Der Zuleitungspunkt dieser Versorgungsspannung befindet   sich meist als erster Loetanschluss am Tuner von der Rueckseite des   Geraetes aus gesehen. Man kann sicherstellen, dass man den richtigen   Punkt gefunden hat, indem man die Polarisation des LNC's umschaltet.   Die Spannung springt dann zwischen 14 und 18 Volt. Dies hilft auch,   die entsprechende Loetbruecke neben dem Tuner zu identifizieren,   falls dieser auf der Platine aufgeloetet ist und man die moegliche   Trennstelle nicht ohne Zerlegen des gesamten Empfaengers erreichen   kann. Einen entsprechenden Schalter sollte man auf der Rueckseite des   Geraetes oder - wenn dafuer Platz genug ist - auf der Frontplatte des   Geraetes anbringen, um bei Bedarf einen Vorverstaerker fuer 23 cm   oder einen LNC fuer die hoeheren Baender fernzuspeisen.    Video-/Tonausgang    Die einfacheren Geraete haben fuer den Video- und Tonausgang haeufig   nur zwei Scart-Buchsen. Diese sind unterschiedlich belegt: die eine   dient zum Anschluss eines externen Decoders und die andere zum   Anschluss eines Fernsehgeraetes. Allen gemeinsam ist ein HF-  Modulator, den man aber moeglichst nicht benutzen sollte, weil damit   die Moeglichkeit einer Fehlbedienung steigt (man muss im   Fernsehgeraet noch den richtigen Kanal suchen), und zum anderen die   UEbertragungsqualitaet durch eine weitere Modulation mit zu geringer   Aussteuerung schlechter wird. Preiswert und gut ist der Einbau von   zwei bis (bei Zweitonuebertragung) drei Cinch-Buchsen moeglichst nahe   an der Scart-Buchse fuer den Fernsehempfaenger. Bei kurzen   Drahtlaengen muessen die Leitungen nicht unbedingt abgeschirmt   werden.
   
Der Decoder-Ausgang ist oft mit "BB" bezeichnet, was bedeutet, dass   hier das Basisband ansteht, das heisst, ein kombiniertes Signal aus   Video und ungefilterten FM-Tonkanaelen. Beim Anschluss an einen   Fernsehempfaenger oder Monitor wuerden diese mit einem starken Moiree   reagieren. Dieser Ausgang ist lediglich fuer ATV-Relais brauchbar,   bei denen eine direkte Umsetzung stattfindet.    Der Normal-Amateur sollte einen (Farb-)Monitor benutzen. Dazu eignen   sich auch alle alten Computermonitore wie C64 und aehnlich, die sonst   kaum noch eingesetzt werden. Nicht geeignet sind PC-Monitore, bei   denen die Zeilen- und Bildfrequenz mit der Fernsehnorm nicht   kompatibel sind.    Antennen fuer 23 cm    Nach diesen Vorbereitungen koennte man mit den ersten   Empfangsversuchen starten. Doch um Misserfolge zu vermeiden, sollten   wir vorher noch die Antennenanlage betrachten. Hochleistungsantennen   (Yagis) fuer den Schmalbandbereich (1296-1298 MHz) muessen fuer ATV   nicht unbedingt geeignet sein. Sie sind haeufig nur fuer diesen   Bereich optimiert und fallen im Gewinn auf den ATV-Segmenten deutlich   ab. Wer noch keine horizontal polarisierte 23 cm-Breitband-Antenne   hat, sollte mit dem Aufbau einer Dipolzeile vor Reflektorwand oder   einer Doppelacht beginnen. Diese Antennen sind breitbandig und   unkritisch und lassen sich aus Platinenmaterial und Kupferdraehten   leicht zusammenbauen. Sie sind in der Fachliteratur so haeufig   beschrieben, dass ich hier nicht naeher darauf eingehen will. Nach   der Fertigstellung nur bitte das Lackieren mit Klarlack nicht   vergessen!   Brettantenne (Dipolzeile)    Die SAT-Receiver haben eine recht hohe Rauschzahl (4-8dB), da sie ja   lediglich als Nachsetzer fuer hochempfindliche LNC'c konzipiert sind.   Benutzen Sie deshalb zum Anschluss einer Antenne fuer 23cm unbedingt   moeglichst daempfungsarmes Kabel (Aircom Plus oder besser) und   wetterfeste N-Stecker. BNC- und aehnliche Stecker sind fuer die   Aussenmontage nicht geeignet.    Falls Sie jetzt den regionalen Umsetzer oder das Signal Ihres   Funkfreundes immer noch nicht rauschfrei empfangen, muss ein   Vorverstaerker her. Fuer den Fall, dass Sie beabsichtigen, in   absehbarer Zeit auch selbst in ATV sendeseitig QRV zu werden, kann   ich Ihnen nur zu einem selektiven Vorverstaerker mit ca. 40dB   Verstaerkung raten. Diese gibt es als Fertigeraete oder Bausaetze im   Fachhandel. Falls Sie aber nur empfangen wollen oder der Geldbeutel   die Deluxe-Version noch nicht verkraftet, gibt es eine absolute Low-  Cost-Version:    Besorgen Sie sich auf dem Flohmarkt fuer ca. 5,--DM oder in der   benachbarten Fernsehwerkstatt einen alten 11GHz-LNC mit   Hohlleiteranschluss. Nehmen Sie ihn auch dann, wenn er angeblich   defekt ist. Haeufig steckt lediglich der Innenleiter des   Kabelanschlusses in der F-Buchse, da er beim Montieren angeschnitten   wurde und spaeter abgebrochen ist, oder das Teil ist feucht und damit   unempfindlich geworden. Vielleicht ist er auch nur ausgewechselt   worden, weil es inzwischen empfindlichere LNCs oder solche mit   zusaetzlichen Frequenzbereichen gibt. So ein LNC ist eine wahre   Fundgrube fuer den bastelnden Funkamateur:  a) im Einsatz als 23 cm-Vorverstaerker,  b) nach Umbau des Oszillators (siehe unten) zum 10 GHz-ATV-Sender,  c) als Kleinleistungsverstaerker zum LNC-TX und selbst wenn sonst   nichts mehr funktioniert als  d) Hohlraum./.Koaxial-UEbergang.  Die Ueberreste des abgebrochenen Innenleiters kann man leicht   herausziehen, wenn man vorher ein Stueck Draht anloetet. Einen Belag   auf den Bauteilen durch das Eindringen von Wasser kann man vorsichtig   mit einem Glasfaserradierer beseitigen. Die moeglicherweise defekte   Vorstufe wird nicht benoetigt. Auch die moderneren LNCs mit   angeflanschtem Trichter sind verwendbar, sind aber mechanisch nicht   so gut zu bearbeiten.
Umbau LNC-ZF-Verstaerker zum 23cm-Vorverstaerker    Alle LNC's besitzen einen mehrstufigen Breitband-ZF-Verstaerker - im   Regelfall mit >20 dB Verstaerkung und einer Bandbreite von mindestens   950 - 1750 MHz. Da hierbei die schwachen Signale des 11 GHz-Mischers   verstaerkt werden muessen, ist die erste Stufe rauscharm ausgefuehrt   und als Vorverstaerker weitaus besser geeignet als die fuer >40,-- DM   auf dem SAT-Markt erhaeltlichen Line-Verstaerker, die in der   Rauschzahl meist nicht guenstiger liegen als die SAT-Receiver selbst.   Es gilt also lediglich den Punkt zu finden, an dem der Mischer an die   erste ZF-Verstaerkerstufe gefuehrt wird und dort eine F- oder   (kleine) N-Buchse anzuschliessen. Falls man den LNC nicht   ausschlachten will, kann man von der Stirnseite oder der Geraeteseite   ein Semi-Rigid-Kabel heranfuehren.   Der Anschlusspunkt ist ohne Schaltung leicht zu identifizieren, da   die gedruckte Schaltung wie ein Schaltbild angeordnet ist. In vielen   Faellen fuehrt ein duennes Teflonkabel vom Q-foermigen Mischer durch   die Trennwand, die die Seite mit dem Oszillator mit den Vorstufen von   der Seite mit dem ZF-Verstaerker mit der Stromversorgung trennt. Der   Umbau ist mit 'Bordmitteln' innerhalb einer halben Stunde zu   vollziehen. Der Vorverstaerker wird z.B. durch eine Kaffedose   wettergeschuetzt unmittelbar hinter der Antenne montiert. Die   Stromversorgung uebernimmt die originale Fernspeisung des SAT-  Receivers. Als Verbindungskabel zum Sat-Receiver ist das preiswerte   Sat-Antennenkabel ausreichend.   

    Empfangsprobleme    Falls Sie nach all diesen Vorbereitungen zwar ein starkes Signal   empfangen, aber auf dem Monitor das Bild nicht erkennen koennen, kann   das verschiedene Ursachen haben:    A) Problem mit der Video-Polaritaet  Der einfachste Fall besteht darin, dass Sie das Signal in der   falschen Videopolaritaet aufnehmen. Der Fernsehsender kann so   moduliert sein, dass das Videosignal die FM nach tieferen Frequenzen   auslenkt oder umgekehrt entgegen der Norm nach hoeheren. Ausserdem   kann durch das Zwischenschalten eines Converters die Frequenzlage   vertauscht werden. Sie erkennen das daran, dass das Signal relativ   kontrastarm ist und ein weisser Balken unsynchronisiert ueber den   Bildschirm wabert. Dieser stammt vom Synchronimpuls und behaelt seine   Breite bei, waehrend der andere Bildinhalt sich veraendert. Wenn   vorhanden, schalten Sie auf der Rueckseite des Receivers oder auf der   Unterseite den Schalter C/Ku um oder stecken Sie die entsprechende   Bruecke auf der Platine um. Falls Sie nur auf dem einen Band   arbeiten, ist der Empfang damit in Ordnung. Wollen Sie aber   verschiedene Baender empfangen, sollten Sie diesen Schalter   moeglichst auf die Frontplatte verlegen, da die Umschaltung bei   Bandwechsel gebraucht wird.  Falls bei Einfachempfaengern diese Umschaltung fehlt, kann der   erfahrene Funkamateur mit einem Oszillographen untersuchen, ob er am   Demodulator-IC einen unbeschalteten Punkt findet, an dem das   invertierte Videosignal zur Verfuegung steht. Dort kann man dann ein   kleines Umschaltrelais einfuegen.  Wer den Eingriff ins Geraet nicht durchfuehren will, kann sich mit   einem externen Inverter-Video-Verstaerker hinter dem Videoausgang   helfen. Entsprechende Bausaetze sind auf dem Markt erhaeltlich.    B) Problem mit dem Video-Pegel  In der Einfuehrung wurde bereits darauf hingewiesen, dass die   Funkamateure mit der halben Bandbreite kommerzieller SAT-  Fernsehsender auskommen muessen. Halber Hub bedeutet hinter dem   Demodulator aber auch halber Ausgangspegel. Die Videogeraete sind auf   eine Spannung von 1 Vss genormt. Bei 0,5 Volt wird das Bild flau und   der Synchronimpuls so klein, dass der Monitor nicht mehr   synchronisiert. Eine gewisse Reserve ist bei den meisten SAT-  Receivern mit dem Regler Video Gain oder Level einstellbar. Wo dies   nicht vorhanden ist, empfiehlt sich ein externer Verstaerker.   Besonders geeignet ist ein Regelverstaerker, der sich automatisch an   jeden Pegel anpasst und immer ein Normsignal abgibt.    C) Problem mit der Bandbreite  Im Einzugsbereich vieler FM-ATV-Umsetzer gibt es Packet-Linkstrecken,   die praktisch in den Durchlassbereich der ATV-Empfaenger fallen. Rund   um die Uhr schaltet dann jedes "Paketchen" den Monitor schwarz. Was   tun?    a) Am besten versucht man, die stoerenden Signale bereits vor oder   hinter dem Vorverstaerker auszublenden. Auf 23 cm muss man, wenn man   etwas damit erreichen will, schon etwas mehr Aufwand treiben.   Bewaehrt haben sich Interdigitalfilter, auch Fingerfilter genannt.   Dabei muss man mindestens 5-7 Kreise einsetzen. Wer ueber eine   Drehbank verfuegt, kann das mit Aluprofil und Alustempeln machen.   DF9IC hat ein solches Filter als Duplexer fuer PR veroeffentlicht.   Wenn man die mittlere Einkopplung weglaesst, ergibt sich ein Filter   mit fuenf aktiven Kreisen und zwei Saugkreisen. Mehr Kreise kann man   aus Gruenden der schnell ansteigenden Durchgangsdaempfung nicht   aufbauen. Der Bastler kann aber mit Heimmitteln eine vereinfachte   Version aus Platinenmaterial und 10 mm Messingrohr herstellen. Erst   Seitenbleche und Boden vorbohren, mit einem Rohrschneider das   Messingrohr auf Mass plus ca. 10 mm schneiden und dann mit einer   Feingewindekluppe 10mm Feingewinde an einem Ende schneiden. Die   Stempel koennen dann mit Lampenmuttern fest in die vorbereiteten   Loecher verschraubt werden. Fuer den Abgleich ist allerdings ein   Wobbler mit Sichtgeraet nahezu unabdingbar. Die Saugkreise kann man   allerdings schon ohne Messmittel auf minimale Stoerbeeinflussung   abgleichen.   
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Leider gibt es mindestens zwei Normen fuer die SAT-RX-ZF:   
a) die neueren Geraete haben eine ZF von ca. 460 MHz. Fuer den Einbau  
von zusaetzlichen Filtern muesste man in den Tuner eingreifen. Dies  
habe ich noch nicht erprobt. Eine derartige Anleitung duerfte auch  
den Rahmen dieses Artikels sprengen. 
 
b) besonders amateurfunkfreundlich sind die alten Empfaenger mit  
einer ZF-Mittenfrequenz von 70 MHz. Meist gibt es bei diesen Geraeten  
noch eine Kabelbruecke zwischen Tuner und ZF-Verstaerker, die mit F- 
Buchsen auf der Geraeterueckseite ausgefuehrt ist.  
 
An dieser Stelle kann man: 
- einen selektiven Kanal 4 -Fernseh-Antennenverstaerker einschleifen,  
den man vorher auf eine Mittenfrequenz von 70 MHz bei 14-20 MHz  
gewobbelt hat.


- einen Verstaerker mit Oberflaechenwellenfilter mit 12 MHz  
Bandbreite einfuegen, der als Bausatz auf dem Markt ist und keinen  
Abgleich bedarf oder 
- Saugkreise aus Kabelstuecken (Stubs) fuer die stoerende Frequenz  
einbauen. 
 
Erweiterung des Empfangs auf 13 cm 
 
Der bisher beschriebene Empfaenger ist geeignet, das 13 cm-Band zu  
empfangen, vorausgesetzt, man besitzt einen geeigneten Vorverstaerker  
und Konverter. Dafuer gab es ebenfalls Bausaetze. Mit dem Erscheinen  
der sogenannten Arabsat-Konverter, die zur Zeit mit unter 180,-- DM  
gehandelt werden - und die eine Verstaerkung von >50dB bei einer  
Rauschzahl von <0,8 dB aufweisen - ist der Selbstbau wirtschaftlich  
unrentabel geworden. Beim Einsatz dieser Konverter ist lediglich zu  
beachten, dass die Oszillatorfrequenz mit 3650 MHz oberhalb der  
Empfangsfrequenz liegt und sich dadurch in der ZF-Ebene die  
Abstimmrichtung umkehrt. 950 MHz entspricht 2700 MHz und 1250 MHz  
entspricht einer Eingangsfrequenz von 2400 MHz. Die Geraete sind so  
empfindlich, dass sie auch noch 23 cm-Signale verarbeiten. Dagegen  
hilft ein Bandpass/Hochpassfilter oder ein Stub fuer 23 cm an der  
Eingangsbuchse. Die Videopolaritaet wird ebenfalls gedreht. 
 
Antennen 
 
Bei 13 cm haben sich einige Yagi-Antennen als Schoenwetterantennen  
entpuppt. Bei Regen verlieren sie ihre Anpassung und den Gewinn, wenn  
nicht zumindest die Dipole wettergeschuetzt sind. In diesem Band  
bringen Parabolantennen ab 60 cm schon gute Gewinne. Es lohnt sich,  
die Offsetantenne aus dem "Baumarkt-Paket" zum Einsatz zu bringen.  
Beim Haendler der Arabsat-Converter sind einfache Dipole mit  
Reflektor erhaeltlich, die direkt auf den N-Stecker des Konverters  
geschraubt werden koennen.  
Der Eigenbauer wird einen passenden Topferreger in wenigen Stunden  
zusammenbauen koennen. 

Schrecken Sie nicht von der Montage der Offsetantenne zurueck. Mit  
einem kleinen Trick wird die Montage und Ausrichtung sehr einfach:  
Entfernen Sie die Original-Mastschelle und befestigen Sie zwei Winkel  
derart am verbleibenden Kunststoffteil, dass die Antenne nach einer  
90-Grad-Drehung senkrecht am Mast befestigt werden kann. Beim ersten  
Ausrichten stellen Sie den Parabol mit einer scheinbaren Missweisung  
von ca. 30 Grad im Verhaeltnis zu den Yagi-Antennen auf S-Meter- 
Maximum  und Sie haben nie wieder Probleme mit der Ausrichtung. 
 
Erweiterung des Empfangs auf 3 cm 
 
Auch fuer den Empfang des 10 GHz-Bandes brauchen Sie nur einen  
passenden Converter. Falls Sie sich nicht an den im folgenden  
beschriebenen Umbau Ihres ASTRA 1D-LNC's  heranwagen wollen, gibt es  
ab 200,-- DM fertige Geraete auf dem Markt. 
 
LNC-Umbau 
 
Wir benutzen die umgebaute 'Baumarkt'-Sat-Empfangsanlage. Die 60 cm- 
Offset-Antenne hat in diesem Bereich einen sehr hohen Gewinn. Die  
fuer den 'ASTRA 1D' vorbereiteten LNC's sind dem Amateurband bis auf  
250 MHz nahegekommen. Die Vermutung, dass die Filter nicht so eng  
toleriert sind, dass sie den Bereich bis 10.00 GHz herunter nicht  
mehr durchlassen, hat sich bestaetigt. Wenn man Glueck hat, muss man  
also nur den Oszillator 'herunterziehen'.  
 
Die herkoemmliche Loesung besteht darin, einen Dielektrischen  
Resonator fuer 9,1 GHz zu kaufen, und diesen mit einem 'nackten' 5-6  
pF Keramikkondensator (Beinchen ausreissen und Farbe abschmirgeln) zu  
beschweren. Diesen Kondensator kann man auch unterhalb der Pille als  
Abstandshalter einkleben.  
 
Der simpelste Weg ist, einen Draht von Masse der 'Pille' dem  
Dielektrischen Resonator so weit zu naehern, bis die Frequenz stimmt.  
Besser ist die Loesung, eine 'Pille' aus einem defekten 10,00 GHz LNC  
auszubauen und auf die Originalpille aufzusetzen. (Ein winziger  
Tropfen UHU - nicht UHU - Plus oder andere Mittel) genuegen zur  
Befestigung. Falls die Frequenz zu tief liegt oder der Oszillator  
nicht mehr schwingt, muss man die Zusatzpille mit grobem  
Schmirgelpapier abschleifen.  
Die exakte Oszillatorfrequenz ist nicht so wichtig, da der Empfaenger  
mit 950 (900) bis 2050 MHz sehr breitbandig ist. Besonders schoen ist  
es natuerlich, wenn man die 9,0 GHz trifft, dann konvertiert man 10,0  
GHz exakt auf 1000 MHz.  
Wie misst man denn das? Ganz einfach mit Frequenzzaehler ueber die ZF  
eines Original-11GHz LNC oder mit der Frequenzanzeige Ihres  
Receivers.
 
Eine Verbesserung der Verstaerkung bei 10 GHz von 6-10 dB erreicht  
man, wenn man den Fingerfilter vor dem Mischer durch den Einbau eines  
Stueckes Teflon (z.B. Isolation aus dem Innenleiter eines Teflon- 
Kabels) in der Frequenz herunterzieht.
 

Kombiantenne 23/13/3cm 
 
Bereits 1991 wurde von DJ2QF und DL9MDK ein Kakaodosenstrahler  
beschrieben, der auf 23 und 13 cm resonant ist. Versuche zeigten,  
dass man diesen durchaus auch fuer 10 GHz einsetzen kann. Die tiefste  
Frequenz bestimmt dabei allerdings die minimal sinnvolle  
Spiegelgroesse: 23x5= ~120 cm. Besonders schoen sehen Prime-Focus- 
Antennen aus, in dem der Erreger im Zentrum sitzt. Aber eine  
Offsetantenne hat den Vorteil, dass der Erreger, weil er ausserhalb  
des Strahlenganges sitzt, die Flaeche nicht abdeckt und damit einen  
deutlich hoeheren Gewinn liefert. 
 
 
FM-ATV-Sender
 
Wenn der Empfang gut funktioniert, wird man bald den Wunsch  
verspueren, auch einen FM-ATV-Sender fuer 23/13 oder 3cm aufzubauen.  
Inzwischen gibt es viele gute Bausaetze, so dass ich darauf hier  
nicht eingehen will. 
 
Ein Bastelprojekt soll zum Schluss aber noch aufgezeigt werden, damit  
Sie den alten 10 GHz-LNC, zu dessen Kauf ich Sie animiert habe, nach  
dem 23 cm-Vorverstaerker zu einem zweiten Projekt nutzen koennen: 


10 GHz-LNC-Sender  
Man nehme den alten LNC mit Hohlleiteranschluss, bei dem der  
Oszillator von 10,0 GHz noch funktioniert. Nun entfernt man  
vorsichtig die Vorstufen und den Mischer. Den Ausgang des Oszillators  
kann man ueber ein Semi-Rigid-Kabel an den Einkoppelstift des  
Hohlleiters fuehren. So hat man bereits einen (CW-)-Sender mit ca. 1- 
5 mW. Auch hier kann man die Pille solange abschleifen, bis man seine  
Wunschfrequenz erreicht hat. Ganz geschickte Bastler drehen sogar den  
Vorverstaerker mechanich um, ueberkreuzen entsprechend die  
Versorgungsleitungen, koppeln den Oszillator ueber einen kurzen Draht  
ganz lose an und erreichen mit 1 (2 oder 3) Stufen mehr als 20 mW.  
Eigentlich braucht man nur eine Stufe mit ca. 10 dB. Eine solche gibt  
es als winzige Platine im Handel. Bei optischer Sicht sind so  
Reichweiten von 20 - 50 Km zu erreichen. Die Modulation erfolgt ueber  
eine kleine Drossel mit 20 Ohm Vorwiderstand zum 52 Ohm - Widerstand  
am Fuss der Stripline des Oszillators. Da bei FM-Uebertragung im  
Empfangssystem eine Deemphasis vorgesehen ist, sollte man auf der  
Senderseite eine Preemphasis vorschalten. Wenn Sie eine  
'Basisbandaufbereitung' benutzen, koennen Sie ATV mit Bild und Ton  
uebertragen. 
 


Viel Spass beim Basteln nach dem Motto: kleiner Einsatz - grosser   Erfolg! 
Weitere Informationen finden Sie im TV-AMATEUR, der   Vereinszeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen.    Manfred, DJ1KF (sk)

 

Geschäftsführer

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